9.1.06

Morgens um fünf vor der Backstube stehen.
Wir haben einen Rausch im Gepäck, daß es selbst der sprichwörtlichen Sau graust. Ich habe stundenlang etwas verteidigt, hinter dem ich selbst nicht stehe. Ich mußte mir dieselben Argumente, weingeschwängert und schwerfällig, immer wieder anhören. Ich bin müde, meine Lungenentzündung ärgert mich, ich kann keinen Satz zuende bringen. Und dann stehen wir da.
"Bier gibts keines, Jungs." Wir brauchen auch keines mehr. Wir haben genug, eigentlich. Doch während er das sagt läuft der Bäcker, der Beck, wie man ihn hier nennt, auch schon zu dem Kistenstapel an der Wand und bringt jedem noch eines. Eines geht noch.
Wir schwanken noch ein wenig, stehen allen im Weg, aber nach Hause wollen wir noch nicht. Ich lehne mich an den Tisch und bücke mich gleich nach dem Buch, das heruntergerutscht ist. Einer der Jungs lacht. Ein Tropfen Bier läuft auf den Boden. Ich grinse, und wir stoßen an.
"Auf den Beck!"
Das mußte mal gesagt werden, und deshalb lacht er. "Nehmt euch was, wenn ihr Hunger habt." Wir nicken nur, und stopfen uns voll mit heiß dampfenden Brezeln.