31.12.05

Pretty belinda

So. Der ganze Schund, der sich las wie ein mittelmäßiger Jahresabschluß der Gesellschaft zur texanischen Selbstzerstörung, ist weg.
Ich bleibe technikaffin, rotabhängig und dieseldurstig. Ich bin ein wenig nachdenklicher geworden, ein wenig ruhiger vielleicht. Mehr Selbstkontrolle, ein besseres Ohr für mich selbst. Freunde gewonnen, Freunde verloren. Ein alter Hund kann immer noch lernen, er tut sich nur ein wenig schwerer.
Mehr Musik, mehr Drehzahl, mehr wache Stunden, mehr Vernatwortung, mehr Freiheit. Mehr Versuchungen, mehr Anfeindungen. Das Wasser steigt zwar, doch ich lerne schwimmen. Die Grundsätze für die großen Gelegenheiten aufsparen, für die kleinen das Erbarmen.
Ich trage immer noch Bundeswehrhosen und Stiefel, ich habe immer noch Schrunden an den Händen und trage mein Haar meist wirr. Ich arbeite immer noch gerne. Ich teile meine Zeit besser ein. Ich plane. Ich habe keine Uhr, aber einen Terminkalender. Ich mag die Klostertaler und die Beatsteaks. Ich habe keinen Fernseher. Ich möchte mal wieder Fahrradfahren, mal wieder mitten in der Nacht aufwachen und den Kopf auf den Arm gestützt auf den Atem neben mir horchen. Mich auf dem Sofa balgen, die Zeit vergessen.
Ich möchte wachsen sehen, was ich gesät habe. Alle Kraft einsetzen, alle Grenzen prüfen. Ich bin stolz auf die Aussöhnungen, die genuschelten Worte im hochprozentigen Dunst; da ist jemand, dem bist Du nicht egal. Ich muß nicht allen etwas gelten, möchte aber immer noch allen etwas beweisen. Ich stütze mich immer noch auf andere. Und sie auf mich. Zusammen stehen, zusammenstehen.

Damit bleibt zum Jahreswechsel nur mein Dank an die Schreiber, die mir in Wort und Bild eine kleine Freude machen und zum großen Teil ein wenig linksvon Ihnen schon aufgeführt sind. Dank auch für den Stammplatz am Ofen, am Tisch und an der Bar. Den Platz in euren Gedanken.
In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr!

(I went to the boathouse down by the river
Everyone called her "pretty Belinda".)

30.12.05

Hups. Nachdem Herr Dahlmann jetzt auch mitmacht, ich ihn aber auf meinem wundertollen Fünf-Minuten-die-Post-macht-gleich-zu-Cover nicht erwähnt habe, biete ich dem Empfänger meiner CD ein Cover zum Runterladen und ausdrucken an. Eine Schutzhülle kann ich ja schlecht zum Download feilbieten, und der Post wollte ich sie zwecks des garstigen Poststempels auch nicht anvertrauen, also hab ich meine CD in einer Papierhülle versandt. `Tschuldigung.

(Winterfieber)
Grausam schön.
Grausam, aber schön.
Schön, aber grausam.

Rufe ich sie an?

(Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn es wieder heißt: Ein Texaner macht sich zum Narren. Diesmal vor Publikum.)

29.12.05

Morgens um halb sechs das Auto von einer halbmeterhohen Schneedecke befreien.
Dabei den Motor warmlaufen lassen und in voller Lautstärke "Surfer girls" von den Beach Boys hören.

(halbe Sau im Doppelwecken)
Über den Begriff "Milchhof Rosenstein GbR" sind gestern alle guten Witze gemacht worden. In Zukunft ist er einfach so hinzunehmen, weil er ab dem ersten Januar hier des Öfteren erwähnt werden wird. Allerdings nicht mehr im Futur I.

(Declaration of Independence)
Doch die Frage, die bleibt, die, die wirklich zählt, die von Bedeutung ist, bleibt doch immer dieselbe: "Möchtest Du noch einen Schluck Kaffee?"

(Das Ichwillhierniewiederweg-Gefühl)
Einmal mehr erleben, als man verarbeiten kann.
Nächteweise unterwegs, tageweise unterwegs. Schneecross bei Nacht, mal eben den Schlepper holen, um den Sieger aus dem Graben zu ziehen. Auf dem Heimweg mal eben so in den Stall schauen, und der Rausch verfliegt, sobald ich den Overall überstreife. Ganz Hand, als ich tastend die Schnauze des Kalbs suche, ganz Geduld, als ich merke, daß es sicher noch eine Stunde dauern wird, ganz Glück, als ich mal eben in der Hocke einnicke, auf dem Stroh an die Wand gelehnt, und von einem Schnauben wieder aufgeweckt werde. Ganz ich. Und ganz.

Mehr, als man erzählen kann. Streiflichter wischen vorbei wie entgegenkommende Autos, während man selbst am Steuer sitzt, die Hände ums Lenkrad geklammert, und die Tropfen beobachtet, bevor sie vom Scheibenwischer weggefegt werden.

Einmal die ganzen Probleme ausblenden, und einfach keine neuen annehmen.
Die Verpflichtungen und Zusagen sind nächstes Jahr noch genauso da wie heute. Aber jetzt - zwischen den Jahren - wird sie niemand einfordern. Viele kleine und große Ärgernisse, zu denen mir jetzt die Worte nicht einfallen, weil ich sie auch nicht suche. Kleine und große Entscheidungen, mal fünstellig, mal für ein Dutzend Jahre. Oder nur mal die eine Mark, mal für fünf Minuten. Proportionen erkennen, Verhältnisse geraderücken, Maßstäbe setzen fürs neue Jahr.
Das Tal liegt unter einem halben Meter Schnee begraben, oben auf der Alb wird es noch mehr sein. Atemloses, erschöptes Telefonat, auf meiner Seite der Leitung Ruhe. Arbeit, wie sie verstanden sein will. Mit Maß und Ziel, und genau so lange, bis entweder sie oder der Kaffee fertig ist. In der Ruhe liegt die Kraft. Auftanken fürs nächste Jahr, laden, speichern, Energie konservieren. Ruhig behäbige Kraft und hurra schnellende.

Eine Wunde, die vernarbt. Unter schützendem Schorf ist sie ganz langsam zugewachsen, neues Fleisch, stärker und fester, neue Muskeln, länger und ausdauernder, neue Haut, biegsam und zäh, ledrig. Langsam beginnt es zu jucken, mal sehen, was sich unter dem Schorf verbirgt.

Die Woche zwischen Heiligabend und Neujahr.
I see a red girl and I want to paint it black

(Melodien für Melonen)

23.12.05

Erster! Und zwar hier. Jetzt brauche ich nur noch einen Bass. Möchte noch jemand ein Rätsel für mich machen?

Ansonsten muß ich ir gerade das Schreiben neu angewöhnen - der Texaner tippt jetzt nicht mehr auf Microsoft, sondern auf Logitech.
Das hängt mit der Hektik und dem Kater heute morgen beim Aufbruch in Stuttgart zusammen, und andere galaktische Zusammenhänge gibt es sicher auch noch. Letztendlich ist die Tastatur einfach liegengeblieben, und ich wollte sowieso eine zweite für zuhause. Die alte ist schließlich bei den Junioren zu Bruch gegangen.

Die Tasten sind vergleichsweise klein, deshalb tippe ich noch furchtbar langsam und davon noch die Hälfte falsch. Also war es das für heute.

22.12.05

Das hier ist zwar schon eine Weile her, und auch nicht unbedingt meine erste Leseempfehlung. Muss man nicht gesehen haben, gefällt mir selbst nicht mehr. Aber der Kommentar ist klasse. Danke, lieber Spammer.
(Die URL habe ich trotzdem entfernt. Wir wollen mal nicht übertreiben mit dem Sex, ja?)
Jemand eine Idee, wie ich PHP in blogger.com zum Laufen bekomme?
Heute nacht davon geträumt, mal wieder so richtig auf die Fresse zu kriegen.

Hatte keinen Spaß dabei.
Die Dingens, also dieses Dingens da mit den komischen Buchstaben, die nicht zusammepassen - nein, nicht das Blog - das ist jetzt aus.
Mal sehen.

21.12.05

Wo gehen eigentlich die ganzen Zeichen hin, die ich tippe, wenn keine Eingabemaske aktiv ist?
Die Zeichen, die man tippt, während man auf seine Finger starrt anstatt auf den Bildschirm,
die Zeichen, die nie irgendwo erscheinen,
die Zeichen, die für immer verloren sind.

Wo gehen die hin? Und fühlen die sich da wohl?
"In Gänsefüßchen können Sie sagen, was immer Sie möchten."

Hach, ich mag diesen Professor.

20.12.05

Gerade eben die "Feuerzangenbowle" auf dem Hof. Bänke, Glühwein, Lachen, und ein wenig das Gefühl, auch hier Teil einer Tradition zu sein, irgendwie dazuzugehören.
Dann die zwei Jungs und Mädels, die aus einer der Wohnungen kamen, und lachend hinter uns eine Schneeballschlacht begannen, sich in den Schnee warfen, die Mädels in den Arm nahmen. Derne glockenhelles Lachen, das Keuchen der Jungs.

Ich spürte die Kälte meine Beine hochkriechen und beschloß, zu gehen. Glühwein allein reißt es eben nicht, das Leben.

Sieger des UNICEF-Fotowettbewerbs: David Gillanders.
Starker Tobak.
(Hohe Auflösung, 5 MB)
Bei einem Brand am Wochenende sind in Tübingen zwei Kameraden ums Leben gekommen.

Schweigen.

Und falls sich jemand erdreisten sollte, mir eine CD mit HIM oder Rammstein oder so Zeugs zu schicken, werde ich denjenigen bis ans Ende seiner Tage in allen seinen Träumen heimsuchen und, je nach Geschlecht und Aussehen, entweder so richtig durchnudeln oder ganz fürchterbar an den Zehen kitzeln. Ich gehe mal gute Musik suchen, ja?
"...das könnte Tony Blairs Waterloo werden..."
(Artikel aus der Gmünder Tagespost zu den EU-Beitragsverhandlungen letzte Woche)

Ich dachte immer, die Briten hätten Waterloo gewonnen? Waterloo als Synonym für Niederlage ist ja in Ordnung. Aber doch nicht, wenn sich Inselaffen Briten mit den Froschfressern Franzosen zoffen. Vor dieser grandiosen Sprachgranate bleibt mir fast die Spucke weg, mit der man Mäuse fängt. Ach nee, das war Speck.

(Wortspiele, die Ernst werden)
Der Hausmeister hat gerade unsere Weihnachtsfeier am Donnerstag erlaubt, als ich mich bereiterklärte, niemanden einzuladen, keine Alkoholika auszuschenken, keine Musik zu spielen und auch sonst nichts zu unternehmen, was in irgendeiner Form zu einer gelungenen Weihnachtsfeier beitragen könnte. Nicht zuletzt mußte ich einwilligen, unsere beiden Erstsemester an die Kandare zu nehmen, die schon kurz nach ihrem Einzug über die Stränge geschlagen waren.
Mein Versuch, dieses Waterloo als grandiosen Sieg zu verkaufen, scheiterte kläglich.
Und so bleibt es dabei: Zimmer zwei wird alle irren, langhaarigen mittelalteraffinen Schwertträger-Physiker einladen, die er kennt, Zimmer drei will unbedingt eine Zapfanlage und einen Durchlaufkühler haben, während Zimmer vier wie letzte Nacht Karaoke auf schwedisch singen wird, was sich ungefähr wie heisere, furchtbar rallige Katzen anhört, denen man Glöckchen an den Schwanz gebunden hat. Zimmer vier besteht neuerdings aus drei oder vier wechselnden Personen, die scheinbar alle hier wohnen, sichtbar alle hier frühstücken und hörbar alle nacheinander mitten in der Nacht ins Bad zum Kotzen gehen. Zimmer drei wird gegen das Gekreische alle Posaunen von Jericho, sprich Iron Maiden, auffahren, und unseren musikalischen Horizont um ein paar tolle Bootlegs von "Number of the Beast" erweitern, wenn am Ende garkeiner mehr seine Ärzte ertragen kann. Obwohl die Drinks von Zimmer eins wahrscheinlich jedem die Gehörgänge aus dem Kopf treiben werden, wenn ich die Einkaufsliste richtig interpretiert habe - oder gehört Valium in jeden guten Drink? Zu guter Letzt wird ein Gast sich in mein Bett legen und dort entweder ganz schrecklich unanständige Sachen mit einer Gästin vollführen oder einfach nur auf den Boden urinieren, während alle anderen Gäste johlend und grölend Beifall klatschen, das Sondereinsatzkommando der Stuttgarter Polizei die Bude stürmt und für die Rauchgranaten noch eine Rechnung schreibt.

Ach ja: Zimmer eins wird ebenso erfolglos wie verzweifelt versuchen, die Dame Geodäsie für sich einzunehmen, und sich anschließend still und heimlich in einer Ecke bei guter Musik das Lichtlein ausblasen. Als Auftakt und Abhärtung für die Weihnachtstage. Prost! (Nicht Proust.)
Hab ichs nicht gesagt, hab ichs nicht gesagt?

Ich freu mich aufs Fernsehen, ich werd nicht mehr...

Wuschellocken. Hachja.
(Den Gesichtsaudruck konnte ich auch nicht deuten.)
Bei dem Begriff "Wassersäule" ständig an den Diminuitiv des gewöhnlichen Hausschweins denken. Die Technische Strömungslehre mit einem Grinsen verlassen.

(Nur Schwaben haben´s!)
Mir wird oft vorgeworfen, ich vergleiche Äpfel mit Birnen.
Seltener wird mir vorgeworfen, daß die Birnen dabei immer sehr viel schlechter wegkommen.

(Gescmackssache)
"Lehrer sein ist an und für sich schon in Ordnung - nur die Vormittage sind halt im Eimer."

(Kurzmitteilungen, die keine Antwort erfordern)
Leider kein Nachruf.
Stattdessen ein Lebewohl.

Mach´s gut, Markus. Ich hoffe, da gibt´s den richtigen Trollinger für Dich.

15.12.05

Es ist eben nicht alles Holz, was brennt.

(Das mußte mal gesagt werden)


Nachtrag: Da war ja garkein Link. Hoppla.

Eins für mich...



Eins für Dich...

(Aus dem "John-Deere-Fanshop")
Himmelblau.

(Wort zum Donnerstag)
(keinBiervorvier)
Soso, Latein ist jetzt also der Intelligenzausweis. Oder war es Cello? Oder ein Bildungsanchweis? Guthaben quasi?

Ach ja - ich finde es besonders intelligent, sich verständlich auszudrücken. Ein klares Wort braucht einen klaren Gedanken dahinter. Da darf dann von mir aus auch mal Arschloch stehen. Das ganze Drumherum braucht es dazu allerdings nicht. Manchmal reicht es wirklich, Arschloch zu sagen. Dann sollte man aber den ganzen anderen Mist weglassen.

14.12.05

Elton John hören und Karotten naschen.

Am Abend "Coyote Ugly" auf DVD schauen, übers Haar streichen, zum Rauchen auf den Balkon gehen.

Den Flaschenöffner benutzen.
Die Entscheidung wird vertagt.

Einerseits ist noch Bier da, das ich nicht mit mir herumschleppen möchte.
Andererseits wird sich einiges anderes ändern, sodaß mir eine Konstante vielleicht ganz gut tut.

(Im Kopf hätten wir´s ja schon...)

12.12.05

Ctrl + Mausrädchen skaliert eine Website im Firefox-Browser.
Faszinierend.
Nehmen wir mal an, ich würde mir für diesen Raum tatsächlich Möbel kaufen. Mehr als dieses eine Bild an die Wände hängen, eine Stehlampe in die Ecke stellen, ein Sessel zum Lesen vielleicht. Oder auch nur alles so einrichten, daß man laufen kann, ohne über straff gespannte Kabel zu fallen. Es hat bis zum Vorhang mehr als zwei Monate gedauert.
So gern ich zuhause ausgezogen bin, und mich in aller Eile hier eingenistet habe, eingegraben bis über die Ohren, Schießscharten nach draußen, so gern möchte ich nun hier wieder ausziehen. Das hier ist nicht mein Zuhause, hier hause ich nur. Ich weiß noch nicht, ob ich wieder nach Hause möchte. Auf jeden Fall hat mich wieder die Unruhe gepackt, die Vorräte werden nicht mehr aufgefüllt, das Auto ist in Reichweite. Fertig zur Flucht, nicht umsehen, gehtztes Rennen, geduckt hinaus in die Nacht. Ich brauche Platz, ich brauche Raum. Ohne Wände, ohne Mauern. Nicht die Blase irgendeiner fremden Freiheit, die ich zerstören würde, sobald ich sie berühre. Nichts und niemand, das mich bremsen könnte. Keine Rücksicht auf andere, kein Knigge und kein Hochdeutsch. Die Rastlosigkeit wächst, irgendwann bricht sie sich Bahn. Wohin es diesmal geht, kann ich nicht sagen. Die Möglichkeiten wachsen, die Entfernungen schrumpfen. Trotzdem verschwinden Orte, die ich kannte. Möchte ich die überhaupt noch einmal sehen? Oder meinen Horizont enger um mich schnallen, so eng, daß ich ihn mit ausgestreckten Armen berühren kann, das beruhigende Gefühl, blind tastend nur Bekanntes aufzufinden.
Das alles, das ist es doch nicht. Kein Winter, kein Sommer, immer nur tausend Gesichter, die Überlegenheit ausdrücken möchten, um ihre Angst zu verstecken. Kalte Gesichter, kalte Schultern. Ich halte mich zurück, ich kichere nicht mehr. Im Schlaf zu lachen habe ich mir abgewöhnt, ich singe nicht einmal mehr. Nach dem Verstummen sterbe ich. Man hat mir einst nachgesagt, meine Klappe müsse man für sich totschlagen, weil ich alles und jeden angefahren habe, wenn mir was nicht gepasst hat. Rektoren auf der Abifeier, Landtagsabgeordnete im Landtag, einen Minister im Verteidigungsministerium. Für mich haben sich viele schämen müssen, viele haben sich als meine Bremsklötze vor mich geworfen. Jetzt bremse ich mich nur noch selbst. Vielleicht bin ich schon tot und gefangen, hier in Stuttgart, im Dezember 2005.

hangover on a monday

liebes christkind!
ich würde gerne irgendwann einmal als erstarrter elf wiedergeboren werden.
wäre das vielleicht möglich?
danke schonmal im vorraus.
anja.
Brachialhumor, rothaarig.


Das Problem sollte bekannt sein.

Der Konjuntiv des Plattenwärmetauschers

So ein Plattenwärmetauscher im Melkstand ist ja eine tolle Sache. Zunächst mal wärmt er das Brauchwasser auf eine angenehme Temperatur an, sodaß die Mädels nicht erschrecken, wenn man mal ein Euter abbrausen muß. Und die frische Milch wird gleich abgekühlt, sodaß die Milch im Tank innerhalb weniger Minuten die vorgeschriebenen vier Grad erreicht. Zu guter Letzt funktioniert so ein Plattenwärmetauscher ganz wunderbar, ohne Energiezufuhr, und der Name ist so toll lang und vertrackt, daß es glatt eine deutsche Erfindung sein muß, mit der man sich am Telefon die Zunge bricht.
Es ist also, wie gesagt, alles wunderbar und ganz toll. Außer, so ein Ding fällt von der Wand.
Dann ist es nämlich, wie anzunehmen, erstens nicht mehr da, wo es der Ordnung halber hingehört, und zweitens kaputt. Hier, könnte man sagen, läge des Pudels Kern, wenn man davon ausginge, daß ein Pudel einen Kern hat, und am Fall des Plattenwärmetauschers in irgendeiner Form beteiligt wäre. Ist er aber nicht, und deshalb sage ich laut und vernehmlich "Scheiße." Und nochmal, "Scheiße", weil es im leeren Melkstand so schön hallt, wenn ich das sage. Das Problem löst es zwar nicht direkt, aber ich bin bereits wesentlich entspannter als noch vor einer Stunde, so gegen fünf Uhr morgens.
Zu dem Zeitpunkt bin ich nämlich aufgewacht. Nun könnte man sagen, wenn man denn unbedingt zu allem und jedem etwas sagen möchte, hiermit sei der Fehler schon gefunden, und das könne ja nur noch ein Tag werden, an dem man "Scheiße" sagen möchte. Und man hätte recht. Was kann ein Tag einem denn noch bieten, wenn man um fünf Uhr morgens aufwacht, auf einem zu kurzen Sofa, mit einer zu kurzen Decke und nach einer zu kurzen Nacht? Er kann verdammt lang werden. Er kann das auch ganz deutlich machen, der Tag, wenn ich als erstes nämlich den Kopf hebe, um nach dem Tier zu sehen, das seine Jungen in meinem Mund zur Welt gebracht haben muß. Pelzig fühlt es sich an, und irgendwie grau, meine Zunge. Schon stürmen die ersten Konjuntive des Tages meinen Kopf; Hätte ich bloß das letzte Bier nicht, Wäre ich nur schon früher und Sollte ich eigentlich nicht schon längst zuhause sein? Ich springe ruckartig auf, und setze mich sehr behutsam wieder hin, um die Scherben von den fremden Wohnzimmerfliesen aufzusammeln, in die mein Schädel gerade zerplatzt ist. Laut und vernehmlich sogar, wundere ich mich, und starre entgeistert auf meine Fingerkuppe, aus der ein wenig Blut sickert, direkt unterhalb der Scherbe, die darin steckt. Wieder überfällt mich ein Konjunktiv, und flüstert hämisch: "Hätte ich bloß das letzte Bier nicht -". Ich unterbreche ihn, das hatten wir doch oben schon. Komm mir bloß nicht mit Wiederholungen, drohe ich. "Neben das Sofa gestellt." komplettiert sich der Konjunktiv und verschwindet in meinem Kopf, um mit der gesamten grammatikalischen Armada mal wieder kräftig auf den Putz zu hauen, während ich vorsichtig die Scherben unters Sofa wische, um danach selbst zu verschwinden.
Eine Stunde später stehe ich also vor den Scherben des Plattenwärmetauschers, und heiße den Konjunktiv die Klappe halten, auf ein zünftiges "Scheiße" gibt es für ihn eben keine passende Erwiderung. Aus einer Leitung an der Wand rinnt ein wenig Milch, ein dünnes Rinnsal auf den Kacheln, eine kleine Pfütze am Boden. Aus der anderen Leitung schießt ein Strahl kaltes Wasser und macht alles naß und kalt, bevor es schnell in Richtung Abfluß strömt.
Ich renne nach draußen und drehe den Hahn zu. Der Strahl geht zurück und versiegt langsam. Übrig bleiben zwei dünne Rinnsale an der Wand, eines klar, das andere weiß, und eine Pfütze, in der sich das Weiß schlierig verdünnt.
Langsam dämmert mir, daß das nicht mein Tag wird, und nicht einmal der Konjunktiv kann zu dieser Erkenntnis noch etwas beitragen.

11.12.05



v,i,j,k,l,s,a[99];
main()
{
for(scanf("%d",&s);*a-s;v=a[j*=v]-a[i],k=is&&(!k&&!!printf(2+"\n\n%c"-(!l<&1:2])&&++l||a[i](i==j?a[i+=k]=0:++a[i])>=s*k&&++a[--i]);
}



Obiger Code war mal Sieger eines Programmierwettbewerbs und soll angeblich das Problem der "Acht Damen" lösen, mit einer Damenzahl von vier bis neunundneunzig.

Ich habe es getestet - mit einer Dame funktionierte es nicht. Zumindest gestern abend nicht.

(Die Lösung des Problems, das es nicht gibt)

play catch without arms


Schon nach wenigen stunden merkst du, der mantel der gleichkültigkeit ist nichts für dich. du hast ihn übergestreift, nur für diesen abend. du wolltest ihn ausprobieren, ganz unverbindlich. ohne jedglichen zwang. unbedingt den schicken kugelschreiber haben, den sie dir als belohnung in die hand drücken wollten.
nur mal gucken, was wäre wenn.
Doch schon nach wenigen stunden merkst du, dass er nicht passt. er zwickt und schmiegt sich nicht in der art und weise an, wie du es dir erhofft hast. er hält nicht warm, ist voller löcher und fehlerhaft gestrickt. voller enttäuschung hälst du den kopf aus dem fenster und fühlst, wie dir der kalte wind mit voller wucht ins gesicht klatscht, durch den löchrigen mantel fegt, sich darin verheddert und ihn dir vom körper reissen will. Und du versuchst gar nicht erst, ihn festzuhalten, denn du bist froh, ihn auf solch einfache art und weise wieder loswerden zu können.
und diese erkenntnis lässt dich wieder bei null anfangen. du lernst wieder, was es heisst zu leben. was es heisst, zu vergeben. was es heisst, sich fehler einzugestehen. wie es sich anfühlt, zu vergeben. Dir selbst zu vergeben. die brennenden augen und die tauben ohren zu ignorieren. und du spürst, wie das blut in deinen adern pulsiert.

und wie der fade lichtkegel eines autos sich vorsichtig durch den dichten weissen nebel tastet und du glaubst, die umrisse der richtigen abfahrt zu erkennen, weißt du: gleich ist es soweit. Bald bist du zuhause. und auf einmal – von einen auf den anderen moment - da verstehst du, was es heisst, zu sagen "hier bin ich mensch,hier darf ich’s sein".



Doch genauso weißt du ebenfalls, dass deine erkenntnisversuche im grunde nichts weiter als eine endliche kette sind, deren schwanz immer wieder im nebel verschwindet. doch das ist im moment völlig egal. denn wie jeden abend, kurz vor dem einschlafen, bist du froh über jede lüge die du kriegen kannst, in dem verzweifelten versuch zu glauben, dass am nächsten morgen alles anders ist.

Einer Italienerin das Leben erklären. Vergiss es.

9.12.05

fast nur noch obst und fettarmen naturjoghurt mit nur 0,9% fett essen, weil man auf seine linie achten will. sich gut fühlen. dann 5 kilo zucker und 500 gramm kakaopulver in den doch sehr sauren joghurt kippen.

(eingeladen werden, im texasblog zu schreiben und absolut keine ideen haben.)
...das Geschirr nicht vorher zu inspizieren.

(Zuhause sein heißt,...)
Die Anbetung des Wurstsalates.

(Esskultur)
Keine Antwort.
Und nicht erreichbar.

Jetzt bin ich nicht mehr nervös. Ich mache mir Sorgen.
"Bist Du noch wach? Es ist wichtig."
Keine Chance - kurz vor zwei habe ich geschlafen wie ein Kind, nur mit etwas mehr Promille.

Durch irgendeinen dummen Zufall bin ich um sechs aufgewacht, und versuche seitdem, die Dame zu erreichen. Sie geht nicht ran, ich rufe alle zehn Minuten an. Eineinhalb Stunden lang.

Und jetzt?
Ich bin nervös. Ich mache mir Sorgen.
Trotzdem genieße ich die Zeit, in der ich vom neuen Problem noch nichts weiß. Vielleicht eine halbe Stunde noch.
Und wenn garnichts mehr geht, drückst Du als letztes auf die "Shuffle"-Taste.

8.12.05

Ich sitze hier mit meinem Rausch, aufrecht im Bett, und zerbreche mir den Kopf über eine Buchstaben.
Zerrissen oder verrissen?
Keine Rechtschreibregeln, keine Grammatik, das kann ich alles nicht. Muttersprache, Sprachgefühl, Gefühlsausdruck.
Und ich sitze da, und forme die Worte lautlos mit dem Mund, stelle mir den Klang vor, und die Unterschiede. Welten zwischen zwei Buchstaben. Welten, ohne sie beschreiben zu können. Nur der Instinkt, das ist richtig, das ist falsch.

Ich wünsche mir nur, ich könnte das abschalten. Von mir aus mit z.
Ich weiß nicht mehr, was ich alles schreiben wollte. Es war furchtbar viel und fing damit an, daß ich Bruce Willis eigentlich mag, und daß mir der Kerl, der für ein Mädel die halbe Welt zerlegt, irgendwie sympathisch war. Außerdem war das Mädel furchtbar schön. Und alles war furchtbar schön rot.
Jetzt wäre ich schon wieder mittendrin. Ich muß mich unterbrechen, um nicht mehr zu schreiben. Ich möchte es nicht.

Später ließ mich jede Blende hoffen, der Film sei endlich vorbei. Ich ekelte mich nicht mehr vor dem Blut, sondern vor der Feigheit des Regisseurs, eine besonders brutale Glasscherbe nicht ausgenutzt zu haben. Ich setzte meine eigene, kranke Phantasie voraus, als grundlegend für alle anderen, als Standard.
Die Mädchen stießen mich ab. Sie passten zu genau ins Bild, wie alles viel zu genau passte. Sogar die Überteibungen, die nur noch Lachen hervorrufen hätten dürfen, passten. Ich konnte keine heiseren Männerstimmen mehr hören. Und die Mädchen waren mir zuwider; die Entscheidung, entweder auf ein Gemetzel oder einen nackten Hintern zu starren, in ein und derselben Einstellung, die sollte kein Zuschauer treffen müssen. Ich horchte mit geschlossenen Augen, und konnte am Röcheln der Zuschauer nicht mehr sagen, ob gerade jemand starb oder fickte. Es gab keinen Unterschied mehr, die Geilheit war in alle Richtungen gleich.
Ein zweites Mal, ich bin mittendrin. Der Vergleich zu dem gelben Mann drängt sich auf. Und die ganzen Sprüche. Ichbinsohäßlichdaß... - LecktmichdochamArsch. Das dritte Bier vetreibt die Wortfetzen, und die zurückgelegten Sätze. Die, die man im Kopf notiert, und sagt: Bitte an der Kasse zurücklegen, ichkommgleichwieder, mußnurnochmalschnellGeldholen.
Der verzweifelte Versuch, das alles witzig zu finden. Oder nur für die totale Überteibung des schlechten Geschmacks zu halten. Alles rot, wie schön. Ich muß raus, ich kann keine halbnackten Frauen mehr sehen, nicht einmal ihre Stimmen mehr hören, das Licht, die Schatten, die Perfektion, die weiß, daß sie für Zynismus gehalten wird. Die Persiflage auf die Grausamkeit, die sie sein will, aber nicht ist. Nur dumm ist sie, schwanzlos würde das Mädchen sagen.

Wieder draußen schlug ich meinen Ledermantel um mich, und steckte mir eine Zigarette an. Es regnete in Strömen, und ich wischte mir das Blut aus dem Gesicht.
Und erst, als ich das Schnappen des Benzinfeuerzeugs hörte, wurde mir klar, daß ich garkeinen Ledermantel habe.
Ich rauche nichtmal.
In einer Woche von Seattle nach Heidelberg,
von der Ukraine zur Geodäsie.

(Halbe Sau im Doppelwecken)
Teenage dreams at 23
drop dead in the afternoon.

(Donots - At 23)

Good morning, my faint heart
here comes the caffeine injection
get off to a flying start

(Donots - Today)

Die "Pocketrock" lungert schon lange bei mir herum. Kaufbefehl!
Nicht einmal einen Tag nach der philosophischen Ukrainerin eine Gesine, die auch noch Geodätin heißt. Oder so ähnlich.

Brauche ich nix zu sagen, glaubt mir sowieso keiner.
Also halte ich die Klappe und lehne mich zurück, verschränke die Arme hinter dem Kopf und träume von schokolierten Früchten, violetten Akzenten im Haar und dem ersten Mädel, das Placebo liebt und meine Jim-Morrison-Imitation beklatschte.
Wie gesagt, glaubt mir sowieso keiner. Brauche ich also nix zu sagen.

(Killesberg baby)

7.12.05

Die Ukrainerin gestern abend.
Plötzlich saß sie da, aufmerksam, ruhig, fröhlich. Ich redete mit ihr, weil sie mir die Sicht auf den Fernseher versperrte, und ich zu höflich und zu bequem war, um dauernd an ihr vorbeizuschauen. Außerdem war mir das Bild, das ich abgab, mit Bier und Fernbedienung vor der Kiste zu sitzen und einem Lederball hinterherzustarren, schon ein wenig unangenehm.
Sie studiert Psychologie in Odessa, hat einen Namen, den ich schon wieder vergessen habe, ist klein, überaus gewitzt und schlagfertig, und möchte mich nach eigenem Bekunden nicht heiraten. "Macht nix", tröstete sie mich, "ich habe eine Schwester." Die leider den Nachteil hat, momentan in der Ukraine zu weilen, und außerdem fünfzehn zu sein. Ich hinterließ trotzdem meine Nummer, drei Jahre sind schnell vorbei, und "bei uns in der Ukraine ist das nicht so streng."
Ich habe wohl in etwa dasselbe Fragezeichen im Gesicht getragen wie sie, als ich ihr erklärte, daß man als Ausländer in der Ukraine keinen Boden kaufen darf.
"Natürlich, alle Touristen tun das!" Ich erklärte, daß Heilerde für mich nicht in Tütchen passt, sondern hektarweise verabreicht werden muß. Und ich schwärmte davon, glühweinumwölkt und zu diesen knitzen Scherzen aufgelegt, die mehr als nur ein Körnchen Wahrheit enthalten, ich schwärmte also, daß ich dort Boden kaufen könnte, zehntausend Hektar, so für den Anfang. Und ich träumte von endlosen Weizenfeldern, von klirrend kalten Nächten auf dem Pflug, während sie gegenhielt, daß es dort auch mal keinen Strom gebe, und kein fließendes Wasser. Tolles Stichwort, so sponn ich von einer Biogasanlage, um die nächstgrößere Stadt zu versorgen.
"Hundert Kilometer weg, oder sogar zweihundert." - Um so besser, jeweiterjelieber, ein wenig Übertreibung verdeutlicht den Standpunkt. Sie lachte, und verstand.
Sie rückte ein wenig von mir ab, sodaß ich wieder auf den Fernseher hätte schauen können. Allerdings war ich bereits so in meiner Spinnerei gefangen, daß ich nur noch am Rande ihre antipodische Spinnerei wahrnahm. Es schien ihr zu gefallen, und so erzählte sie von dem Haus, das sie einmal hier haben möchte, von einer Praxis und einem Mercedes. Trac, schrie ich, und SL, rief sie. Wir schaukelten uns gegenseitig auf, heizten uns an, und meine Hand begann zu brennen, sobald ihre Finger sie berührten. Und wir hätten glatt noch Brüderschaft getrunken, nachdem wir die Völkerverständigung ja bereits begossen hatten, wenn uns nicht der Gühwein ausgegangen wäre, und ihr Freund, der immer wieder ihre Hand gepackt hatte, damit sie ihm nicht vollends entglitt, nicht zum Aufbruch gemahnt hätte.
"Grüß Deine Schwester!" rief ich ihr nach, als sie zur Tür ging. Sie drehte sich auf dem Absatz herum und blitzte mich an. Dann nahm sie meinen Kopf in ihre Hände, verwuschelte mein Haar und sagte ein paar Worte auf Ukrainisch, bevor sie mich küsste. Sie ging, ohne noch etwas zu sagen.
Teufel, können die Ukrainerinnen trinken, dachte ich noch, und Wo war jetzt die Fernbedienung?. Durchs Küchenfenster sah ich, wie ihr Freund draußen wild gestikulierte. Sie schien kein bißchen zu schwanken, und daß sie ein ganz klein wenig verschwommen war, könnte auch an mir gelegen haben. Ich hörte sie lachen, kehlig, wie ihre Sprache, ihr Gesicht schien zu leuchten, so lachte sie. Dann verschwand sie, und nahm ihr Lachen mit, ohne daß ich ein Echo hätte erhaschen können. Nichts von ihr schwebte noch in der Luft, daß Kratzen der Absätze, wenn sie auf ihrem Stuhl zurückgelehnt balanciert hatte, das Knistern, wenn sie ihr schwarzes Haar zurückstrich, sie nahm alles mit. Sogar ihr Duft verflog, als ich ihrer Stimme nachspürend das Fenster einen Spalt öffnete.
Nur der Zettel mit meiner Nummer, hastig abgerissen und bekritzelt, lag noch auf dem Tisch in einer kleinen Pfütze längst erkalteten Gühweins.

Schalke hat auch verloren.
S. mit ß.
Weil scharfes ß eben passt, zu S. Will sagen, ß.

Das gibt den Aufhänger für den Weihnachtsbrief an sie. Und mir einen durchgrinsten Tag, an dem ich Worte sammle, ohne Papier und Stift, unvermittelt von Textpassagen überfallen werde, die da unbedingt rein müssen. Und am Ende sitze ich vor einem leeren Blatt Papier, putze meinen Federhalter sauber, damit er fein schreibt und nicht schmiert, und schreibe los. In einem Rutsch, wie immer. Löschen geht nicht, meinen Tintenkiller habe ich heute morgen erstens an eine Freundin verschenkt und zweitens noch garnie benutzt. Ich folge einfach dem Text, der da fließt. Mal sehen, was wird. Aber den Aufhänger, den brauche ich. Und den muß ich auch suchen. Viel zu selten kommt einer daher und sagt, hey, ich bin Dein Aufhänger, an mir kannst Du einen Text anknüpfen, während er ungeduldig auf meine Schreibhand trommelt.

Das ist übrigens, und jetzt wirds meta, also AlleManninDeckung! genau wie gerade eben. Der Aufhänger war ein Schreibfehler in der "Technischen ßtrömungslehre"; Ich dachte, den habe ich schon lange gesucht, DabistdujameinFreund, und jetzt sitze ich hier und philosophiere übers Schreiben. Meta im Quadrat, möchte ich fast sagen. Andere nennen es sicher krude Phantasie.

(Wortklaubereien)
(alte Rechtschreibung, und trotzdem verkehrt)
Sämig.

(Wort zum Mittwoch)

6.12.05

Pyranja habe ich ja bereits erwähnt.
Jetzt gibt es von ihr ein paar Lieder zum Probehören, volle Länge, 128 kbit/s. "Im Kreis" und "Bauchschmerzen" sind zwar nicht dabei, aber über den bekannten Weg zu bekommen.

Sehr schön - aus der Reihe der deutschen Rap-Mädels fehlt jetzt nur noch Nina, die nach einem Feature beim Deutschlandradio vor einigen Jahren und dem etwas depperten "Bon voyage" mit Deichkind untergetaucht zu sein scheint.

(Killesberg baby!)
Erwähnte ich schon, daß nächste Woche eine Bukowski-Verfilmung ins Kino kommt?
Ein Jahrgang.
Davon dreißig mit gültgen E-Mail-Adressen.
Achtzehn ungültige.

Wenn von den dreißig jetzt nur die Hälfte ihre Mails abrufen, und davon die Hälfte Zeit hat, dann sind wir zum Klassentreffen immerhin zu siebt. Na toll.

5.12.05

The world is your oyster now
You can do as you want to do
The world is your oyster now
So go out and get high
And get whatever you want to

(The Cranberries - Desperate Andy)
Ich glaube, mein Schwein brät mir pfeifend einen Storch, der dem Faß die Kuhhaut aus dem Anzug und das Fell über die Ohren haut, während ich mich still in eine Ecke setze und wahnsinnig werde oder wild wichsend durchs nichtvorhandene Dorf renne - diesen Anruf hätte ich nie erwartet.

Komisches Gefühl, den größeren Dickkopf zu haben. "Komm doch mal wieder vorbei", heißt es. Zwanzig Minuten lang. Ich hätte ja glatt heulen können, plärren wie ein Kind, wenn ich nicht soviel zu erzählen, soviel zuzuhören, soviel zu begreifen gehabt hätte.

Der einzige Wermutstropfen war das Geld, von dem ich so ungern rede. Ich arbeite doch nicht für Geld. Abstruses Konzept, das. Ich arbeite doch immer noch, um zu lernen, um zu helfen, gegen die Langeweile und für die wilden Geschichten am Stammtisch. Ich pfeif doch auf das Geld, wenn ich nur wiederkommen darf, von meinem zornigen Versprechen entbunden, verziehen. Geld ist schmutzig, ist für Huren, Sklaven und Götter brauchen keines. Nicht für das hier, Herzblut wird verschenkt und nicht verkauft! Da steckt mehr drin als Stundenzahl mal Stundenlohn, da drin ist Angst und Schweiß und Wut und Kraft. Das Ichhabdasallesgemacht, dasistallesmeins, das steckt da drin. Und das bleibt da, in mir, das hält mich oben, wenn der Strudel mich nach unten zieht. Ich blase die Backen auf und puste in weg, den Strudel, ich lache die Schwärze weiß und brülle die Dunkelheit an, bis die Sonne scheint. Nicht einmal der Regen widerspricht mir, alleshörtaufmeinKommando.

Die letzten Tage gehts ja ganz schön hoch und runter hier. Ich werd verrückt. Möchte jemand mit mir tanzen? Singen? Ein Faß machen wir auf, immer her damit, was kostet die Welt - ich zahle bar, schreiben Sie ´s man eben auf, hoch die Tassen, runter damit, granteln könnt ihr morgen, ich geb´ einen aus, wer nicht lacht und feiert, fliegt raus, heute bin ich König, morgen Kaiser, Herrgott, jetzt komm ich, mach mal Platz da oben! Müdigkeit gibts hier nicht, hier werden Welten eingerissen, einhändig und auf den Zehenspitzen.
Mein armes Herz. Und mein Blutdruck!

Jessasmaria, ich werd nicht mehr. Und morgen mach´ ich der Königin ein Kind! Ja, verreck, ich glaub´, es regnet Rothaarige. Oder Katzen, zweibeinige, verflixt noch eins, wenn ´s noch besser wird, sterb´ ich euch einfach weg, mal eben so an Glücksüberfüllung. Luck overflow sozusagen.