30.7.05

Emma D.

Ich habe mich gestern abend mal hingesetzt, um meine Musiksammlung durchzustöbern.
Und beim Stöbern kam ich ins Aufräumen... und bin noch dabei.

Und in den nächsten Tagen wird an dieser Stelle ein Lied auftauchen, das von einer mittlerweile aufgelösten Band aus der Umgebung stammt, und das ein bißchen Popularität dringend nötig hat. Weil es die Band, wie gesagt, nicht mehr gibt. Weil es das Album nicht mehr gibt. Weil es verdammich, großartige Musik ist!

Aber zuerst muß ich es in meinem Wust an Daten wiederfinden.

26.7.05

Ich denke, die Suchbegriffe, die in den Logs auftauchen, spiegeln nicht nur wieder, zu welchem Zweck für manche das Internet besteht, sondern auch, über welche Themen ich schreibe. Denn so eine Suche ist immer ein zweischneidiges Schwert. Es muß jemanden geben, der sich für diesen Begriff interessiert und jemanden, der diesen Begriff schon verwendet hat. Wessen Interesse ist nun größer?
Deshalb habe ich bestimmte Suchbegriffe außen vor gelassen. Nur wo ich mir vorstellen konnte, daß die Erwartungen der Suchende total enttäuscht wurden, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Wo sich Suchbegriff und gefundener Artikel diametral widersprechen, zeigt sich die Unvollkommenheit der Suchmaschinen, die vielleicht indirekt auch etwas mit der Unvollkommenheit der Kommunikation an sich zu tun hat. Trotz aller Deutlichkeit bleibt Deutungsmöglichkeit. Außerdem bin ich erschrocken darüber, daß die Geschichten, die ich im Rahmen meiner beschränkten schreiberischen Möglichkeiten für meine schönsten hielt, so weit zurück bleiben hinter den Augenblickseingebungen, den stimmungsbedingten Wutanfällen, den Zweizeilern, in denen ich der Welt einmal kurz vor die Füße spucke, mit denen sie dann wieder munter auf mir herumtrampelt.
Wahnsinn, was?

1. pervers
Auf diesen, den häufigsten aller Suchbegriffe, hin taucht ein Artikel auf, der... Ach, sucht doch selbst! Jedenfalls werden Menschen, die sich nicht für meterhohe Lautsprechertürme begeistern können, enttäuscht sein. Oder ebendiese pervers finden. Dann wäre die Welt durch ein doppeltes Mißverständniss quasi wieder im Lot. Man kann ja nicht alles haben.

2. klofick meister
Wäre ich geworden. Es ging um ein Filmprojekt. Ich hatte die Rolle quasi schon. Gemeinsam mit S. Das wäre was geworden! Geschichten für die Ewigkeit, wilder, hemmungsloser Sex vor der Kamera und so.
Leider war ich damals erst fünfzehn. Und der Regisseur bekam beinahe einen Herzinfarkt, weil ich mit Mamis gestrickten Socken und zigfach geflickten Hosen, aufgeschlagenen Knien und rasiertem Kopf, weil es das Gesicht noch nicht nötig hatte, nicht unbedingt danach aussah. Nicht wegen Jugendschutz und so, denn Kunst ist Kunst ist Kunst! Sondern einfach nur, weil es unglaubwürdig gewesen wäre.
Dem Suchenden möchte ich mit auf den Weg geben, daß alle obengenannten Details bei der Erlangung der Meisterschaft im, wiesollichsagen, Kloficken eben, sehr hinderlich sind. Außerdem sollte man dazu einen Partner auftreiben. Ehrlich. Und wenn es geklappt hat, eröffnest Du ein Blog, ja? Weil DAS will ich lesen!

3. eschacher luft
Oh ja. Hatten wir schon mal. So ziemlich das übelste Zeug, das hier aus der Gegend kommt, wenn man einmal von Leberkäse mit Schlagsahne absieht. Treibt dir die Luft aus den Lungen und die Tränen aus den Augen, wirkt wie der Kuss einer Königskobra und ist wahrscheinlich genauso tödlich. Ich trinke keinen mehr, weil der Eindruck bei der Damenwelt doch arge Kratzer bekommt, wenn man nach dem ersten Glas keuchend am Boden liegt, nach dem zweiten auf der Bar tanzt und nach dem dritten ganz unanständige Sachen tut, die allerdings nur zum Teil mit Punkt 2 zu tun haben. Also Finger weg, wenn ihr euer Hirn nicht auf dem Boden zusammensuchen wollt. (Siehe hierzu auch: Pangalaktischer Donnergurgler.)

4.marta jandova nackt
Ich gehe davon aus, daß sie nackt noch besser aussieht als bekleidet. Hatte allerdings noch keine Gelegenheit, das zu überprüfen. Ich schließe mich also diesem Hilferuf dezent an.
Meine Empfehlung ist ein Konzert von Die Happy. Kann unter Verwendung von Punkt 3. zu Punkt 1. führen, eventuell über Punkt 2. Gilt allerdings auch ohne die obengenannten Punkte. Schon mal mit Musik versucht?

5. arsch der welt
Ja. Lumpenburg. (Nachbarort, phonetische Schreibweise).

6. jungs sind so hegmann
Na toll. Und da kommt ihr zu mir? Das hier ist die richtige Adresse. Dort findet man auch ab und an einen Satz von mir, wenn ich meine Klappe mal wieder nicht halten kann. Vielleicht kommt ihr dann ja wieder einmal bei mir vorbei.
Aber ich gebe es ja ehrlich zu: Die Geschichten von Herrn Hegmann sind spitze. Deshalb mache ich euch keinen Vorwurf. Geht nur, laßt mich hier alleine! Und kauft wenigstens eines seiner Bücher! Marschmarsch!

7. und 8. make my day bzw. you make my day
Danke, danke. Wenn dies allerdings jeden Tag gewünscht wird, sollte man sich auch ab und an hier umsehen. Making my day. Everyday.
Doch über ein wenig Lob freue ich mich auch. You made my day.

9. bundeswehrhosen rot
Gibt es nicht im Original. Nur in oliv. Ist außerdem unpolitischer. Und vielleicht gesünder für unsere Jungs. Tarnung und so.
Rot werden Hosen bevorzugt, wenn man den Eisenmatten zu nahe kommt, die als Armierung in Schalungen gelegt werden. Das tut dann aber weh und macht überhaupt keinen Spaß.

10. friseurin schneidet nackt haare
Dazu sollte man vielleicht nicht jede beliebige Friseurin heranziehen. Und wenn sie schon nackt ist, kann die Schere auch außen vor bleiben. Mit so einem Frisierstuhl lassen sich bestimmt ganz tolle Dinge anstellen (siehe Punkt 1.). Wäre bestimmt ein Highlight, wenn auch nicht unbedingt ein Strähnchen.

11. nacken junge nackt gesã¤ã_ schlug trug zog
Ich bin da etwas überfragt... Aber Gewalt ist keine Lösung.

12. altmodische unterwäsche bilder
Ich dachte, Feinripp-Unterhemden kämen wieder in Mode? Nicht? Ansonsten empfehle ich das Miedermuseum von Triumph in Heubach. (Motorradfanatiker, Zunge wieder einrollen. Es wird keine Speed Triple im Bikini gezeigt.)

13. afrikaner trägt flip-flops
Wenn er das denn gerne tut...

14. mädchen inkontinent
Das ist allerdings ein Problem. Vor allem ab einem gewissen Alter. Windeln machen sich mit sechzehn einfach schlecht unter Stringtanga und Hüfthosen. Außerdem sieht man das Arschgeweih dann so schlecht.

15. was erwartest du von mir?
Kommt darauf an. Erzähl doch noch ein wenig von Dir!

16. meine schwester oben-ohne
Wer ist denn Deine Schwester? Vielleicht könntest Du mich ihr einmal vorstellen? Zur not auch oben-mit?

17. lebenslauf eines alkoholiker
Jetzt aber... Frag in zehn Jahren noch mal nach, okay?

18. ständer mannschaftsdusche
Vielleicht hängt man daran Kleider auf? Hätte ich mich zum Miss-Bikini-Wettbewerb eingemogelt, wie es geplant war, könnte ich dazu bestimmt mehr sagen. Allerdings auch zu Dingen wie "blaues Auge in Mannschaftsdusche" oder "Schmerzen in Umkleide". Darauf könnte ich verzichten.

19. güllefass aus unna billmerich
Zu weit entfernt. Da müßte es sehr günstig sein.
Das Lied heißt "Pflanzen brauchen Dünger". Und ist der Bringer zum Stammtisch an Wintersamstagabenden. Aber jetzt ist Sommer.

(Herr Hegmann hat mich auf diese Idee gebracht.)

25.7.05

Ich streichle gut. Ich streichle auch gerne. Leider komme ich viel zu selten dazu.
Während einer der letzten Nächte hatte ich wieder Gelegenheit, meine Fingerfertigkeiten zu erproben.
Ein Bein legte sich über meines.
Eine Hand fuhr über die Naht an der Innenseite meines Hosenbeines, Fingernägel krallten sich darunter und die Hand glitt nach oben zu der Stelle, wo beide Hosenbeine zusammengenäht sind. Meine Muskeln spannten sich unwillkürlich an und verkrampften, mein Atem stockte und der Satz, den ich sagen wollte, verschwand, als ich ruckartig Luft holte.
Meine Hände strichen über ihren Rücken, ich spürte jede Rippe ihres zerbrechlichen Körpers. Ich begann, sie zu streicheln.
Ich streichle, wie man ein Tier streichelt. Nicht wie im Porno, wo geknetet und gedrückt wird, um eigene Befriedigung zu erreichen, sondern wie beim Tierarzt, um ein Tier zu beruhigen und zu entspannen. Ich sitze manchmal auf einem Stein und kraule meinen Hund, wenn ich nachdenke. Ohne es selbt zu spüren. Einfach so. Langsam, gleichmäßig, immer dieselbe Bewegung. So möchte ich gestreichelt werden, möchte mein Gesicht in einem Schoß bergen und immer wieder diese Berührung erfahren, immergleich, immer neu.
Anfangs hatte ich Bedenken, weil meine Hände sehr grob geworden sind, und meine Erfahrung mit fremden Körpern sich im Dunkel der Erinnerung verliert. Ich fuhr mit den Fingern sanft über immer wieder dieselben Stellen und spürte, wie sich die Haut unter mir zusammenzog. Meine Kreise weiteten sich, andere Orte auf ihrer Landkarte wollten erforscht werden. Sie biß in meine Schulter, küßte meinen Hals und mein Gesicht. Sie zog meine Hand auf ihre Brust, wo ich sie zuerst liegenließ und ihren Herzschlag spürte, um dann meine Reise wiederaufzunehmen. Ich legte eine Hand auf ihren Bauch und begann, um ihren Nabel zu spielen. Ich wanderte unter ihre Achsel und zurück, jeder Finger für sich, die Kuppen brannten und sogen jede Bewegung unter sich auf, vervielfältigten sie und gaben sie zurück. Wir küssten uns, und weit entfernt betrachtete ich erstaunt, wie ihre Rippen unter meinen Fingern bebten, wenn sie seufzte. Ich fuhr den Rippenbogen entlang und hätte beinahe gelacht, als ich an die Dreifingerregel dachte und daran, wie weit wohl der nächste Defibrillator entfernt sein würde. So nah und so weit weg.

Mit meiner letzten Kraft floh ich, bevor alle Dämme brechen konnten.
Und das ist der Grund, warum ich heute morgen bei ihrem Freund im Bett aufwachte.
Es war richtig, aber es war zu spät. Ich hatte ihre Liebeserklärung nicht erwartet und nicht aufhalten können. Aus dem verspielten "Bekomme ich Dich ins Bett?" wurde ein "Ich habe nie geliebt wie heute." Ich schrak auf und floh. Ich konnte längst nicht mehr fahren oder nach Hause laufen. In ihrem Bett lag schon ihr Freund, den ich kurz zuvor erst dahin verfrachtet hatte, weil er den Kampf gegen den Tequila zwar heldenhaft geführt, aber zuletzt doch verloren hatte. Ich verkroch mich unter der Decke und hörte sie weinen.
Ich setzte mich auf, und erklärte. Dein Freund hier ist auch mein Freund. Sein Geburtstag. Liebe zählt nicht, das Richtige zählt. Er ist richtig für Dich, ich nicht. Herrgott! Ich wollte nicht.
Meine Kraft war verflogen, ihre Küsse brannten auf mir, die Bisse waren wie Eis auf der Haut. Ich erklärte nicht mehr, und sie ging. Sagte nichts mehr, bat nicht mehr. Sie ging nur.

Früh am Morgen floh ich.

Und jetzt liegt in meinem Bett eine Freundin von mir, während ich, immer noch auf dem Sofa, in den Laptop starre. Betrunken, Kindergartenfreundin, ich fahr Dich heim. Schon heim? Auf eins zu mir, ein Letztes? Als sie sich auf mein Bett stürzte, zerrte ich ihr eben noch die regennassen Klamotten vom Leib und deckte sie zu.
Jetzt gehe ich noch einmal zu ihr und schaue, ob sie noch atmet, streiche ihr die nassen Haare aus dem Gesicht und suche dann meine alte Decke, um mich auf dem Sofa auszubreiten. Das Licht zu löschen wird wieder Kraft kosten. Vielleicht verfluche ich mich als alter Mann dafür. Vielleicht nicht.

Ich wäre eine Enttäuschung, nicht bereit, meine Zeit zu teilen, saugte Trost und Liebe in mir auf, ohne auch nur halb soviel spenden zu können. Ich kann mich nicht mit jemandem teilen, den ich liebe, weil ich enttäuschen würde. Und verletzen.
Und ich will niemanden mehr verletzen und enttäuschen, den ich liebe.
Liebe ist Wahnsinn. Und wenn noch körperliche Anziehung dazukommt, genaues Kennen des Anderen, steigert sich der Wahnsinn zur Raserei.

Ist eigentlich gerade Vollmond?
Heute abend gehen wir klettern, dann fahren wir Mountainboard, dann Fahrrad, dann ab ins Freibad, Bananenweizen und so, dann nach Hause, ins Bett fallen.

Nur nicht nachdenken.

21.7.05

Schwerstens verrenkt sitze ich auf dem Sofa zur Seite gebeugt, weil das Kabel zu kurz ist.
Hängt mit einigen technischen Schwierigkeiten zusammen. Und damit, daß ich nicht mehr ganz nüchtern bin und mich ein wenig anlehnen muß.

"Tja, so schnell ist man manchmal raus."
- "Hälst Dich aus allem raus - kommst in nix rein."

Noch jemand Lust auf Golfplatzanteile? Günstig heute...

Bis morgen!

17.7.05

Die Stimmung entspannt sich nach der Farce vom Freitag wieder.
Ferien.

16.7.05

Gibt es vielleicht ein Fleckchen Erde, auf dem ich grantig sein darf, wann ich möchte und glücklich, ohne mich verstecken zu müssen?

(Außer der Agrotron-Kabine.)

10.7.05

#
"Und - wie fühlt man sich denn so als Held?"
- "Ach herrje, man hat halt Rückenschmerzen."

#
Das wars von mir zum Wochenende. Ich werde den Polowagen nun mit einem Fernseher beladen (zwecks Tour de France), mit ein wenig Sprit füttern (zwecks Nichtschiebenmüssen) und mich in Richtung Stuttgart aufmachen (zwecks Studieren).
"...packing up our bags, maybe heading south." (Bruce Springsteen - My hometown).

#
Vielleicht finde ich in Stuttgart ja irgendwo einen Fetzen Internet, auf daß ich mich zwischendurch einmal melden kann.

Mögliche Ursachen für Heulen und Zähneklappern I - Vertrauen und Kontrolle

Einen Tag vor Abgabe einer schriftlichen Aufgabe feststellen, daß man nicht die gesamte Lösung, sondern nur die erste Seite, die allerdings in fünffacher Fertigung, kopiert hat, und das schelmische Grinsen, das man die ganze Woche aufgesetzt hatte, total für die Katz war.
Und keine Ahnung von der Aufgabenstellung.

Morgen Teil II: Türen und nackte Zehen.
Sätze ohne Verben hören sich nur bemüht-intelektuell an.
Gerade bei mir.

Selbstkritikbonus: 10.

Und die Erinnerung an den Informatikerhumor der ´ct. In Kamera- und Scannertests wird ein Bild abfotografiert, auf dem unter anderem "Dieser Satz kein Verb" zu lesen ist. Dieser Satz zwar auch kein Satzzeichen, aber egal.

Und für Google noch ein paar Verben, um vielleicht irgendwann das KleineF einzuholen:

hilton! hilton! hilton! hilton! hilton!

Heavy-Metal-Sortierung

Für alle: Falconer.
Für Einsteiger: Edguy.
Für Fortgeschrittene: Dream Theater.
Für Apologeten und SonntagszurBeichtegeher: Blind Guardian.

Und wohin stecke ich jetzt meine "Schürzenjäger"-CD?

G´sälz und Garbage

Manchmal lohnt sich das Fernsehen zum späten Sonntagsfrühstück eben doch.
Das Frühstück ist längst nicht so frugal wie weiland der Woche in Stuttgart, und das Beste daran ist die Spülmaschine danach. Aber egal.
Durch die Programme schalten ist nicht beim Frühstück, schließlich ist die Linke für die Zetung und die Rechte für das abwechselnde Zuführen von Nahrung in Form von Käffchen und Marmeladebroten (im Schwäbischen "G´sälzbrot" genannt, auch im Plural) und das gelegentliche Ableckenlassen, falls wieder ein wenig Marmelade seinen Weg durch die Bäckerslöcher im Holzbackofenbrot gefunden hat. Aber egal.
Wie der geneigte Leser bemerkt, druckse ich ein wenig herum, weil ich mir selbst nicht erklären kann, weshalb beim Frühstück MTV laufen muß, wenn nicht einmal meine Augenweide Nora Tschirner moderiert, die allerdings im letzten Jahr auch ein wenig nachgelassen hat und mittlerweile weniger überweltlich-amüsiert ob der kindischen Bemühungen der Musiker um unsere Aufmerksamkeit unser Geld, als mehr wie eine frühe Wiehießsienochgleich, Heike Makatsch, ein Vorzeigeblondchen, das die Welt anlächelt, ohne sie zu verstehen, aussieht. Macht aber nichts, ich verstehe die Welt ja auch nicht. Und blond werde ich ab Freitag auch sein. Ohne dabei auszusehen wie Fräulein Tschirner. Eher so hilflos und verzückt wie Fräulein Makatsch, der ich mit dieser Vereinfachung sicher sehr unrecht tue. Außerdem hat sie mehr Oberweite als ich. Oder zumindest mehr Körbchengröße. Aber egal.

Das Wesentliche: Shirley Manson kann alles tragen. Oder nichts, das wäre mir auch recht. Aber nicht diesen beknackten schwarzen Kapuzenpulli ohne Ärmel. Den nicht. Nein.
Und nebenbei: "Run, baby, run" ist in meinen Augen nicht geeignet als erste Auskopplung aus dem Album, wiehießesnochgleich, "Bleed like me".
Und noch mehr Wesentliches: Aus sicherer Quelle habe ich erfahren, daß sie unter Blazer und weißem Hemd nichts weiter anhat.

Soviel zur Sonntagsfrustration.

Love is only a feeling

Nur ein verfluchtes Scheißgefühl.

Wenn ich Dich nicht um mich habe, denke ich an Dich.
Und wenn ich Dich treffe, und Du mit mir einen Rama trinken möchtest, fliehe ich.

8.7.05

Und jetzt: Musik

Gerade singen Pomm-Fritz vom Herbst.

Ab Montag singen Gotthard Lipservice, Harry Belafonte seine Greatest Hits, ebenso wie Kenny Rogers und andere Country-Größen.

Gotthard, weil ich sie im Radio gehört habe. Hardrock für mich. Genau meine Tonlage. Kein überschnelles Kreischen, kein lahmes Gesäusel. Mittelmaß im besten Sinn.
Harry Belafonte, weil es CDs gibt, die in eine gutsortierte Sammlung müssen.
Kenny Rogers wegen "Coward of the county".
Country wegen Nase auf neuen Wegen und so. Mal was anderes. Ein Versuch für sechsneunundneunzig.

Wer hat gesagt, das Leben sei gerecht?

Gibt es eine Therapie für diese sich selbst erhebenden "Übermenschen", die sich anmaßen, darüber zu richten, welcher Kranke jetzt unsere Solidarität verdient? Und vielleicht eine Spritze gegen das Gleichsetzen von Solidarität mit finanzieller Hilfe?
Das mögen unsere Politiker verbockt haben, als sie eine Steuer zum "Solidaritätszuschlag" ernannt wurde. Von diesem Zeitpunkt an hieß, Solidarität zu verweigern, einfach Geld sparen wollen.

(Wer einen Alkoholiker im Endstadium seiner Krankheit ernst nimmmt, gegen den sollte es vielleicht auch Medikamente geben. Würde ich bezahlen.
Ganz solidarisch. Gehört aber nicht zum Thema.)

Der Hobbyfußballer, der nach dem dritten Kreuzbandriß erneut für ein halbes Jahr arbeitsunfähig ist, das junge Mädchen, das sich operativ die Brüste vergrößern lässt, weil es angeblich psychisch unter seiner Physis leidet, der junge Mann, der eben glaubt, als Frau im Körper eines Mannes zu leben, der Kettenraucher, der an Lungenkrebs leidet, und eben der Alkoholiker. Ihnen allen könnte man ja die Solidarität entziehen! Sollen sie doch schauen, wie sie mit ihrer Krankheit leben. Oder eben nicht leben. Reißzahn!
Jetzt aufwendig den Begriff Krankheit zu zerstückeln halte ich für unangebracht. Eher einmal die Konsequenzen einer solchen Entsolidarisierung andeuten.
Ha! Ein Asthmatiker - was für Kosten! Kann der zu seinen Lebzeiten nicht mehr erwirtschaften! Keine Medikamente, keine Therapie! Oder am besten gleich pränatal diagnostizieren, prognostizieren, verifizieren und töten. Besten Dank, Sie haben soeben mein Leben rückwirkend beendet. Dafür reicht es dann später für eine Rückentherapie von der Krankenkasse für Sie, weil Sie zu lange vor dem Computer saßen, um ihre Lebenskrankheitskosten und die Ihrer Mitmenschen zu erwirtschaften. Sie haben Sich das schließlich verdient.

Weil wir nicht differenzieren können, müssen wir eben auch mal mit den Zähnen knirschen. Und jemanden mitschleifen, ohne gleich eine Lebenslauf-Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen. Denn genau diese führt uns in ein Land, in dem der Wert eines Menschen tatsächlich in Mark und Pfennig zu bemessen ist. Sie entscheiden also, mit wem Sie solidarisch sein möchten. Und ein Alkoholiker soll gefälligst draußen bleiben. Oder quasi ein "Sterbekonto" ersaufen, das er mit einer obskuren Getränkesteuer erwirtschaftet. Tolle Idee. Sie waren nie krank, ja?

Die Verhältnisse in der Welt lassen mir eine solche Diskussion wieder schal im Kopf werden, denn so ist es doch längst. Ein HIV-infizierter Afrikaner kann keine Medikamente bezahlen, hat sich ja auch selbst angesteckt, der Gute, andere verhungern einfach so. Der Wert eines Menschen ist längst festgelegt, irgendwo in den Aktenbergen der UNO oder einer anderen Nichtregierungsaberdieweltverbesserungsorganisation.
Die andere Seite ist die, daß man auf die Idee kommen könnte, solche lebensverlängernden, ungeheuer kostenintensiven Maßnahmen insgesamt zu unterlassen, solange irgendwo auf der Welt noch Kinder verhungern. Hey, mal Bono fragen, was er davon hält.

Theoretisch ist Alkoholismus eine erworbene Krankheit. Wie AIDS. Aber mit den armen AIDS-Infizierten sind wir alle ganz doll solidarisch, nicht? Ich versuche, nicht zu werten, nicht den Alkoholiker mit dem Transvestiten oder dem AIDS-Kranken aufzuwiegen, doch das fällt mir schwer. Schließlich bin ich nicht perfekt. Ich mußte auch schon das staatliche Solidarsystem in Anspruch nehmen, schließlich trage ich eine Brille, habe keinen Blinddarm mehr und meine Zähne wurden auch geradegerückt. Und beim Skifahren bin ich auch schon einmal gestürzt, habe mir von einem blindwütigen Bullen den Fuß zertreten lassen und bin bei einem Feuerwehreinsatz durch eine Decke gebrochen. Ich vergleiche hier Unvergleichbares, um die Absurdität der Wertung vorzuführen. Bitte also keine Hetze von wegen AIDS-Hasser und so. Weil die Argumente desjenigen, der sich diese Solidarität ersparen will, sind genauso gut oder schlecht wie die jedes anderen. Hätte er eben auf Sex, Drogen, Alkohol, Sport verzichtet! So kann man doch nicht argumentieren.
Außer Ihnen natürlich. Ich verstehe schon.

Ich habe keine Patentlösung für das Problem. Habe ich nie behauptet. Aber was hierzulande veröffentlicht wird, stößt mir doch auf. Es zeugt von einer brutalen Menschenverachtung, von einer monetären Fixiertheit, von einer Engstirnigkeit und Kurzsichtigkeit, die nicht anerkennt, daß man morgen der nächste sein könnte.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei der Gestaltung der Zukunft viel Erfolg.
Ich bin ja nicht mehr dabei.

Und trotzdem möchte ich, quasi posthum, um eines bitten: um Nachsicht. Ich schreibe brutal, weil mir dieses Thema am Herzen liegt. In einem speziellen Fall, den ich hier mit Absicht nicht als Beispiel genannt habe. Ohne Ihre, und die Solidarität aller, wären zwei der wichtigsten Menschen in meinem Leben ebenfalls nicht mehr am Leben. Ich möchte Sie nicht persönlich angreifen oder verletzen, ich möchte nur Ihre Nase in eine Richtung drängen, die Ihnen vielleicht unbekannt ist.

Heutzutage sind Krankheiten, und damit gehe ich doch noch ein wenig auf die Definition des Begriffs ein, im Begriff, sich zu wandeln. Bis vor einigen Jahren kannte niemand das "Burn-Out-Syndrom". Heute wird es behandelt. Früher starb man an Blinddarmentzündung. Heute eine kleine Operation, zwei, drei Tage im Krankenhaus, und gut. Früher stürzte sich ein Mädchen mit psychischen Problemen, oder der Mann, der gerne eine Frau wäre, vielleicht in den Tod, oder es lernte, zu leben. Vielleicht müssen wir nur von unserer Technokratie, die den Menschen nur an der richtigen Stelle zerschneiden will, um ihn zu heilen, zu einer mehr ganzheitlichen Sicht des Krankseins. Kann man diesem Mann nicht auch helfen, leben zu lernen? Psychotherapie anstatt Chirurgie? Ich weiß es nicht, ich bin kein Mediziner. Und vielleicht muß man den Menschen nur dazu erziehen, daß er eben keine Maschine ist, die gelegentlich zum Ölwechsel in die Werkstatt kommt, sondern ein Mensch eben, mit dem einzigen Leben, das er hat, und auf das er zu achten hat. Achten auf das eigene und fremdes Leben. Klingt christlich, nicht? Ich habe mich nie als Christ gesehen, und komme doch wieder auf diese zweitausend Jahre alte Ethik zurück.

Das soll für mich reichen.

Paris Hilton Nirvana und das Loch in Paris Hilton im Boden

Diese ganzen Disconülpen schauen uns entgeistert an, als der Discjockey offensichtlich eine Ladung nicht mehr ganz frischer Drogen erwischt und direkt nach JaRules "Ichschlagdichtotwegenirgendwas" die Regler auf Anschlag dreht, und die ersten Töne von "Smells like teen spirit" aus den Boxen purzeln. Zu mehr reicht es bei der unprofessionellen PA leider nicht, aber egal. Paris Hilton Nirvana geht immer. Auch mit Grünstich. Ich gehöre nicht zu denen, die sich von etwas abwenden, das sie nur mögen konnten, solange es sonst niemand kannte. In der Musik scheint dies der Brauch zu sein, wogegen sich von Paris Hilton ja auch keiner abwendet, die doch mittlerweile jedem in- und auswendig bekannt sein dürfte.
Jedenfalls stießen wir unsere Fäuste in die Luft. tobten kurz, und standen umso länger wie begossene Pudel in einem Scherbenregen, der auf uns herabprasselte. Nirvana hatte es wieder einmal geschafft. Wir hatten uns durch die Glasskulptur, unter der wir hüpften, durchgeboxt, was diese mit Selbstauflösung quittierte. Ich suchte auf dem Boden nach dem sprichwörtlichen Loch, in dem wir verschwinden konnten, während die Disconülpen taten, was sie bereits die ganze Zeit getan hatten, nämlich uns entgeistert anzustarren und M noch "Here we are now - entertain us!" brüllte, als die Musik schon an uns vorbeigezittert war und sich in der Ecke zum Sterben hinlegte.
Wir verzogen uns also, und ließen von J. unsere blutenden Hände verbinden. Das ist Rock ´n Roll!

(Wirklich schön: Hier.)

Zitrusfrüchte, Technische Mechanik, die Hauptstadt von Frankreich, Flohmarkt, Grünstich

"Bilder, Paris Hilton, Sex, Tauschbörse, Videos"

könnt ihr hier finden.
Nicht bei mir.

Trotzdem nett.
Und ich gebe noch einmal zu, daß ich heute eine Labertasche bin. Habe ich hier bereits getan.
Und wenn das Kleine F den Schwanzvergleich gewinnt, fällt vielleicht ein Teil der Leser für mich ab. Und während sich das Kleine F auf seinen Lorbeeren ausruht, überhole ich dann mit noch mehr Paris Hilton, noch mehr Bildern, noch mehr Sex, einer Tauschbörse, bei der man alles geschenkt bekommt, und noch mehr Videos außerdem!

Solange schaue ich eben Tour de France.

Lob, Lob und Verzweiflung

Diese Woche wurde ich schon zweimal gelobt. Bald brauche ich die Schuhe, die mich sechs Zentimeter größer aussehen lassen, nicht mehr.
Zuerst von einem Bauern, bei dem wir die Silagekette komplett übernommen haben (mähen, hächseln, abfahren, walzen), und der mir hervorragende Walzarbeit bescheinigte. Obwohl wir uns im ersten Schnitt nicht so verstanden hatten. Ich hatte dem Rauhbein zuwenig Paroli geboten, den Verteiler abgehängt und mit dem Frontlader im Silo verteilt. Obwohl mir das garnicht gefällt, und auch nicht besonders funktioniert. Das Gras ist zu widerspenstig, wickelt sich auf und lässt sich nicht auseinanderziehen. Dazu gibt es Siloverteiler. Jetzt, im zweiten Schnitt hatte ich nicht einmal eine Schaufel dabei, wofür ich auch gleich einen blöden Kommentar abbekam. Im Zorn lief er um das Silo zu seinem kleinen Radlader und wollte den Haufen für mich verteilen. Als er ins Silo fuhr war von dem Haufen allerdings schon nichts mehr zu sehen, und ich schoß grinsend vor und zurück an ihm vorbei. Beim zweiten Anlauf brachte er mit dem Ladewagen ungeschnittenes Gras, doch ich jagte ihn mit dem Verteiler einfach aus dem Silo. Er konnte nicht so schnell abladen, wie ich verteilte. Hupend stand ich hinter ihm, den Fuß am Gas, wieder grinsend.
Und ich dachte, das Leben sollte mehr solcher Momente enthalten. Ein Gefährt, das man auswenig kennt, Arbeit, die man mag, und die auch von anderen anerkannt wird. Ich dachte daran, S. mal wieder von meinem Glück zu erzählen, und mein Grinsen gefror und zerbrach.
Auf der Heimfahrt rief der Chef an, den ich über einen Schleichweg kurz zuvor überholt hatte, und fragte, was ich dem Bauern denn in den Kaffee geschüttet hätte. Gelobt hätte er mich, über den grünen Klee, quasi. Das gefällt, rinnt durch die Kehle wie Rama und wärmt den Magen genauso. Einen Fahrer direkt beim Chef zu loben - das nenne ich Anstand.

Das zweite Lob traf mich weniger unvermittelt, und trotzdem von hoher Stelle. Der Juniorchef der Gerüstbauer fragte: "Gibt es etwas, was dieser Texaner nicht kann?", worauf der Senior ihm antwortete, ich sei eben ein "Käpsele". Das ist schwäbisch und kommt dem Allkunn (erwähnt z.B. bei Sonnleitners "Höhlenkinder"-Trilogie), der lange mein Vorbild war, recht nahe.

Jedenfalls fühle ich mich, als laufe ständig jemand neben mir her, kraule meinen Nacken und flüstere mir ins Ohr: "Du bist toll."
Schön, sowas. (Besser ist nur Brustkraulen - toller Sport.)

Nur umdrehen darf ich mich nicht, sonst verschwindet die hübsche Dame (ich stelle mir vor, wen ich will, wenn es darum geht, meinen Nacken zu kraulen), und lässt mich alleine zurück. Zu allein für ein Herdentier wie mich.

WG: (Wegen)

Ich zog ja nicht zum ersten Mal aus, doch immer wieder passiert mir dasselbe: Ich erstarre. Ich ziehe ein, werfe meine Sachen auf den Boden, pappe vielleicht noch ein oder zwei Poster an die Tür, damit meine unsichtbaren Mitbewohner wenigstens lesen können, wer ich bin, lege mich aufs Bett und beginne zu vegetieren.
Alles ist zuviel Aufwand. Ich sitze am Schreibtisch vor der Wand und brauche drei Tage, um mich dazu durchzuringen, ihn ans Fenster zu rücken. Meine Klamotten liegen am Donnerstag noch in der Kiste, mit der sie hergekarrt wurden. Ich bin eben kein Einrichtungsmensch. Deshalb habe ich eine Liste der Dinge geschrieben, die ich am Sonntagabend von zuhause wieder mit nach Stuttgart nehmen werde.

- weißer Edding (kann man immer haben)
- Tintenfass
- Radio (es ist furchtbar leise hier)
- Rechner (Laptop ist zu wenig musikbeladen)
- Geschirrtücher (hatte ich vergessen, kann passieren)
- Fernseher (hier steht er nur in der Abstellkammer, dort kann ihn wenigstens die WG nutzen)
- Vorhang (Parterre!)
- Kaffee (hab´ ich schon gekauft)
- Brot (ich mag nur unser Brot vom Bäcker)
- Marmelade (ich mag nur unsere eigene Marmelade)
- Kleiderhaken (ich darf zwar nach dem Mietvertrag keine Löcher in die Wände bohren, aber das wird sich wohl nicht umgehen lassen)
- Locher (wie soll ich Ordnung halten, wenn ich das ganze kopierte Geschmier auf einem Haufen lasse?)
- Wandkalender (ich kann mir nicht alle Geburtstage merken, die ich gerne wissen würde und sehe gern die Zeit bis zur Prüfung vor mir zerrinnen)
- Netzgerät 12 V (hier liegen sechs Gehäuselüfter herum, die gerne für etwas Durchzug im Zimmer sorgen würden, dafür aber gerne Strom in der richtigen Dosis nehmen)
- Ausdrucke (ich stelle mir in Stuttgart keinen Laser ins Zimmer (Ozon und so), und ein Tintenstrahler kommt mal gar nicht in die Tüte - soll ich HP alleine subventionieren?)


Das wars. So schlecht ist das doch garnicht.

Vom Zusammenleben mit den Jungs und dem Mädel berichte ich, wenn ich die beiden mal kennengelernt habe. Das Mädel ist offensichtlich im Urlaub, der eine Kollege ausgezogen und der andere verkriecht sich den ganzen Tag bei geschlossenen Fensterläden. Was der da wohl treibt? Jedenfalls studiert er Physik. Das soll jetzt aber nichts heißen.
Sprachlos.