31.5.05

Das Gefühl oder Finale, zweiter Teil


(keine Sorge, Fräulein Louisan bleibt außen vor - versprochen!)
daß etwas fehlt. Ohne genau fassen zu können, was denn fehlt. Wie ein Wort, das man kennt und sucht, das aber im passenden Moment untertaucht. Sobald man es vergisst, sich umdreht, erhascht man es im Augenwinkel, hüpfend und die Zunge herausstreckend.

Detailliert:
Heute bekam ich mein Telefon zurück, oder besser, ein neues. Das alte war wohl nicht mehr reparabel.
Irgendwie mußten alle Einträge wieder aufs Telefon wandern. Die wichtigsten sind zwar auf der Karte, doch die ganze Mühe mit Geburtstägen, Gruppen, multiplen Nummern, wollte ich nicht zweimal haben. Technische Spielereien einzuweihen macht nur einmal Spaß.
Also hängte ich das Telefon an den Laptop, warf "Backup/Restore" an, und schaute beim Wachsen des Adressbuchs zu.
Und plötzlich war sie wieder da. Aus dem Dunkel des Backups wieder aufgetaucht, mitten im Adressbuch, sogar noch in der eigens für sie eingerichteten Gruppe. Und mit Bild.
Wieder saß ich minutenlang starr vor diesem Teufelsgerät, schwankte zwischen erleichtertem Ergeben ins Schicksal und der neu aufflammenden Wut.
Ich ärgerte mich über meine Erleichterung, als ihre Nummer plötzlich wieder da war. Ihre Nachrichten, das Video von uns beiden, alles wieder griffbereit. Und ich war nur erleichtert, wieder in meine Sucht sinken zu können! Ich hasste mich, hasste das Telefon.

Ich löschte sie noch einmal. Und überschrieb das Backup.
Nie wieder.
Nie wieder auf Zwischen- und Untertöne achten.
Nie wieder eigene Launen vorhersehen und unterdrücken. Grantig sein, wann ich will.
Nie wieder fremde Launen erleben, die wie Wirbelstürme über mich herfallen.
Nie wieder.
Nie wieder gemeinsam. Das leider auch.

You´ve come a long way, baby


Es ist so lange her, daß wir beide gemeinsam etwas unternommen haben. Fast habe ich Deinen Geruch, Deine Geräusche vergessen. Deine Macken, Dein Aussehen.
Viel haben wir miteinander geredet, gelacht, geflucht. Ich habe mich über Dich geärgert, Dir Geschenke gekauft. Ich habe Dich gestreichelt, Dich geneckt, doch Du hast keinen Mucks gemacht.
Daraufhin habe ich Dich eine Zeitlang vernachlässigt. Sträflich, ich gebe es zu. Unverzeihlich eigentlich. Für morgen sind wir verabredet. Ich freue mich darauf, habe schon an ein schönes Plätzchen im Wald gedacht, ein ruhiges Plätzchen, auf dem wir beide gemeinsam ein wenig Lärm machen können. Du wirst mich tragen, ich werde Dich leiten. Ich werde Dir etwas Besonderes zu Trinken einpacken.
Hart mußte ich zu Dir sein, damit Du wieder zu mir zurückkamst. Doch Du bist wieder da. Nur für mich. Du hast Dich kaum verändert, hörst Dich so gesund wie eh und je an. Und Du brennst auf mich, das spüre ich. Auch ich brenne.

Weißt Du was? Ich lasse alles stehen und liegen, und wir gehen gleich jetzt. Einfach so, nur wir beide. Du wartest schon zu lange.

Gut, Du bist sieben Jahre jünger als ich. Und Du wirst es nie leicht mit meinen Eltern haben, nie werden sie Dich freiwillig ins Haus lassen. Immer wirst Du diejenige sein, die ihnen ihren Sohn stehlen will. Das soll uns nicht kümmern. Du hast mich schon gestohlen, damals, in dieser Winternacht, als ich Dich zum ersten Mal nahm. Als wir durch Eis und Schnee preschten, feurig und kalt, schreiend und stumm vor Glück. Damals hast Du mein Herz gewonnen, Deine Nebenbuhlerin ausgestochen.
Sie mag jünger sein, schlanker und stärker. Doch Du hast Charakter, ich kenne jede Ecke und Kante Deines Körpers. Respekt und blindes Vertrauen. Solange die andere Dame noch da ist, vertragt ihr euch aber, ja?


Meine KLR.

(Vorhersehbar vielleicht. Aber für Nichtmotorradfahrer vielleicht nicht nachvollziehbar.)

30.5.05

"Hey ho..."


"...let´s go!"
Weil London am Apparat ist, und dieser Flug heute nacht geht.


(Musik kam mit der Post.)

29.5.05

Bitte beachten!


Vereinzelt kann es zu Hamsterkäufen in Zoohandlungen kommen.


(Außerdem tut mir der rechte Zeigefinger, das linke Knie, und sonst auch alles weh. Und ich schreibe gerade einen Stundenzettel, der sich über vier Tage erstreckt.)

Telefon. Der Texaner geht genervt ran.

"JA?!"
"Meister Texaner, wie sieht´s aus?"
"Ich steh hier auf dem Härtsfeld, fahr wie ein Gestörter, Diesel hab ich beinahe keinen mehr, es gibt weder was zu essen noch zu trinken, ich falle vor Müdigkeit gleich vom Bock, die Ballen sind zu lang zum Wickeln, und zum Stapeln zu weich..."
"Hm. Geht´s noch?"
(Hä? Was jetzt - weit wann interessiert sich der Chef für mein Gejammer?)
"Naja, ein paar Stunden kann ich schon noch."
"Ich hab´ nicht Dich gemeint. Wann brauchst Du Diesel?"

Tuut.

27.5.05

Finale


Ich hatte schon länger bemerkt, daß ich ihr wieder öfter schrieb. Und sie antwortete immer, drängte sich in meine Gedanken.
Ich rief sie an, des öfteren, nur um ihre Stimme zu hören. Sie rückte meine Weltsicht für einen Augenblick wieder gerade, weil sie eine ganz andere hat.

Heute nacht beim Silieren fühlte ich mich erneut bedroht, eingeengt. Mein Handeln und meine Gedanken waren zu fixiert, mein Kopf war nicht frei. Ich konnte mich nicht konzentrieren.
Gegen halb fünf heute morgen trennte ich die Nabelschnur: Ich löschte ihre Nachrichten, ihre neue und alte Nummer, ihren Namen aus meinem Telefon.
Wie von Zauberhand verpuffte der Druck auf meinen Kopf. Keine Möglichkeit mehr, sie zu erreichen.
Ich glaube immer noch daran, daß es ihr ernst war, bei der großen Aussprache. Oder ich möchte es zumindest glauben. Ansonsten hätte sie alle meine Befürchtungen übertroffen, meine Alpträume stünden greifbar vor mir, und zeigten hämisch mit den Krallen auf mich. Das will ich nicht - ich will nicht schlecht von ihr denken.
Doch dieses Locken und Versteckspielen von ihr ließ mich zweifeln. Ich konnte nicht mehr daran glauben, daß sie nur zufällig anrief, um zu erzählen, was sie am Abend anstellen wollte, daß sie nur zufällig von "uns dreien" sprach, was mich einschließen sollte. Doch die Happen, die sie mir zuwarf, nährten mich nicht, sondern fraßen an meiner Kraft und Ausdauer.

Ich habe nichts mehr davon für sie übrig, eben weil ich so viel für sie übrig habe.

(An dieser Stelle standen gerade eben noch ein paar Zeilen absolut inakzeptables Gejammere. Weg damit. Das war mein Schritt. Und der war richtig. Vorwärts, nicht zurück.)

25.5.05

What made my days oder Kaffee zur Schweigepflicht


"Früher haben die Knechte gesagt: 'Wenn ich schon Deine Tochter nicht heiraten darf, dann laß mich wenigstens Deine Gäule treiben.' "
Ups - wenn der Gute wüßte, daß seine Tochter und ich uns bereits kennen...

Und das ganze am Samstagmorgen beim Kaffee, als der Herr des Hauses und ich am Tisch saßen, und total verschlafen besagte Dame in der Tür stand.
Einen nackten Fuß auf den anderen gestellt, um sich vor den kalten Fliesen zu schützen, lehnte sie am Türrahmen, gähnte und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Dabei hob sich das lange Hemd, das sie als Nachthemd zweckentfremdet hatte, und gab den Blick auf ein einwandfreies Paar Beine frei, denen man das Reiten als Hobby der Besitzerin sofort ansah.
Ich wußte noch nicht, was ich sagen sollte, und verschluckte mich rein prophylaktisch am heißen Kaffee, während ihre Augen langsam den Schleier der Nacht verloren, um sich im selben Moment erschrocken zu weiten. Ihr Mund klappte auf, meiner konnte den heißen Kaffee nicht mehr bändigen, und ich verteilte den Inhalt tröpfchenförmig über den Tisch.
Wir schauten uns an, dann ihren Vater. Lächerliche Panik lähmte uns und dehnte das zähe Schweigen.

"Mach´ mal noch eine Kanne Kaffee, Mädel. Der Jung´ will sicher auch noch welchen."
Öhm, ja.

23.5.05

Sinnlos


ist es, in der Nacht zum dritten Tag die Tabletten empört ablehnenen, nur um sie sich Stunden später doch einzuwerfen.

Ich mag eigentlich keine Pharmazeutika. Garkeine. Ich nehme kein Aspirin, wenn ich einen Kater habe, und keine Schlafmittel, wenn ich nachts durch die Wohnung geistere.
Ich nahm sie trotzdem. Aus einer Tüte statt einer ordentlichen Verpackung, ohne einen Beipackzettel gelesen oder auch nur einen Namen zu wissen.
Trotz meiner absoluten Ahnungslosigkeit in Bezug auf solche Mittel nehme ich einfach einmal an, daß es Koffein war. Es erschienen auch keine rosa Elefanten oder Schweine im Weltall, und mein Kopf wurde auch nicht wirklich frei. Aber der Drang zu Schlafen, diese drückende Müdigkeit, war verschwunden. Im Gegenteil: Ich hatte beileibe Probleme, auch nur die Augen zu schließen. Die Konzentration verbesserte sich nicht, ich bekam immer mehr Mühe, das Klingeln des Telefons vom Röhren des Motors zu unterscheiden und dann auch noch diesen winzigen grünen Knopf zu drücken.
Nie wieder Dreitagestouren, verspreche ich. Bis zum nächsten Mal. Und wenn ich an die Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag denke, die auch nicht sonderlich erholsam war, weil ich noch eine kleine Mähwerkshavarie beheben mußte, kann ich beinahe nicht glauben, daß jetzt schon Sonntag ist. Zu nahe steht mir noch alles: Das Mähen am Donnerstag, das Walzen in der Nacht, erneutes Mähen am Freitag, die Fahrt zum Kollegen, der in der Nacht noch anfangen wollte, das Frühstück bei ihm mit seinen beiden hübschen Schwestern, der Irrsinn am Samstag, als bereits alles unwirklich und wie in Falschfarben gezeichnet wirkte.

Natürlich begann es nachmittags zu regnen. Und ich konnte nicht schlafen.

Gewagt


Ich hatte mich einige Einträge weiter unten etwas zu weit vorgewagt, und darf jetzt den nächsten Schritt machen:
Einen Kurznachrichtenwettbewerb.

Zu gewinnen gibts mal wieder garnichts, es sei denn, mir fiele noch etwas Sinn- und Humorvolles ein. Allein der Spaß an der Sache steht im Vordergrund. (Quasi-olympisches Motto: Dabeisein ist alles). Man kann sich aber gewiß sein, daß ich mir den Kopf zerbrechen werde, um dem Gewinner etwas Nettes zukommen zu lassen.

Ihr schreibt mir also eine mehr oder minder sinnvolle Kurznachricht, und ich antworte ebenso mehr oder minder sinnvoll.
Ich werde einige Nachrichten hier veröffentlichen und kommentieren, und dann entweder den Besten aussuchen (sollte es überhaupt einen geben), oder den Besten von den Kommentatoren aussuchen lassen. Eine Art Me-too-Spiel also, ohne feste Regeln.
Ich benutze dazu die alte Prepaid-Karte, die hier noch aufgeladen herumlungert. Der geneigte Teilnehmer kann entweder vom Telefon aus (wobei ich keine Nummer weitergeben oder veröffentlichen werde), per Internet oder per Wasweißich-zu-SMS mitspielen. Ein Name oder Pseudonym wäre nett, um die Absender auseinanderhalten zu können. MMS sind zugelassen. Einen Einsendeschluß wird es nicht geben, anonyme Anrufe werden geblockt.

Viel Spaß!

Nachtrag: Ich vergaß: 0160/xxxxxxxx.

21.5.05

kommt es nur mir so vor, als ob rudern nichts mit am Ruder sein gemeinsam hätte?

(Politische Deutungen sind natürlich wie immer rein zufällig und unbeabsichtigt.)

17.5.05

Maßregeln


Weshalb bringen Eltern ihren Kindern alle guten Manieren dieser Erde bei, sodaß die Gören wahrscheinlich sogar mit einem Chinesen Tee trinken oder mit einem Rastafari Gras rauchen könnten, ohne aufzufallen, aber nicht, daß sie einfach mal die Klappe halten können?
(Ich rege mich nur auf, weil ich keines von beidem besonders gut beherrsche.)

Die Situation:
Ein Verwandter hat sich ein paar Bänder am Arm gerissen, und braucht jetzt alle Pflege und Hilfe dieser Erde, und aller ansässigen Ärzte, die auch nur im Ansatz etwas mit Bändern zu tun haben könnten. Dazu muß ihn seine Angetraute tagelang von einem genervten Mediziner zum nächsten kutschieren, auf daß seine Krankenakte irgendwann die Ausmaße eines mittleren Kaufhauses erreicht, oder nicht mehr auf eine einzelne Festplatte passt.
Meine Mutter, die Florence Nightingale der Neuzeit, nimmt die beiden Bälger, die mein Verwandter in die Welt gesetzt hat, natürlich gerne auf.
Mindestens fünfzehnmal werde ich beim Zeichnen gestört, weil die Kleine unbedingt Papier von der Qualität handgeschöpften Büttenpapiers für ihre Kritzelei braucht, weil dazu natürlich auch mein teurer Kasten mit den Holzfarben benötigt wird, und weil zu guter Letzt für ihre Unterschrift auf dem Gemälde mein Füller benötigt wird. Das alles bessert meine Laune, die unter dem Termindruck des Tages und meiner Selbstverachtung für vergangene Faulheit schon gelitten hat, natürlich erheblich.
Beim Essen geht sie wie selbstverständlich davon aus, als erste geschöpft zu bekommen, und weist mich an, weniger Sauce zu nehmen, als ich meinen Teller fülle, während meine Mutter schon ihren füllt. Ich kämpfe mit der labberigen Sauce, die unter kindlicher Hand einen guten Liter Sahne zuviel abbekommen hat, und die mir schon am Messer herunterläuft. Als ich es ablecke, was man ja nicht tut, bekomme ich den nächseten Nackenschlag. "Das tut man nicht," dröhnt es von meinem Platz am Fußende des Tisches. Ich sage "Vielleicht bei Dir zuhause nicht," und mache ungerührt weiter. Ihren Redefluß, mit dem sie mir Manieren beibringen will, ignoriere ich, und esse weiter. Damit es mir nicht zu wohl wird, schießt mein Vater ein "Endlich sagt es Dir mal jemand, ich habe es ja schon aufgegeben." aus dem Hinterhalt. Unwillig sehe ich ein, daß ich heute Opfer bin.
Ich beschwichtige, bis jetzt habe sich niemand beschwert. Aber für Deeskalation ist heute keiner zu haben. Ich verdrehe die Augen, als das Totschlagargument "Manchmal sagen Blicke mehr, wenn Gäste da sind" mir den Rest gibt.
Wir haben fast nie Gäste. Und wenn, vermeide ich den Kontakt, so gut es geht, weil mir Verwandtschaft aus der Ferne viel besser gefällt. Ich habe auch für das Pfingstessen nicht die Großtanten eingeladen. Aber verkrümeln konnte ich mich nicht, weil die Geheimhaltung des Oberkommandos einwandfrei funktioniert hat, und ich frisch aus dem Bett fiel, als die beiden klingelten.
Ich packe meinen Teller also noch einmal voll, und drehe meinerseits etwas an der Boshaftigkeitsschraube: "Ich gehe, dann beleidige ich wenigstens Deine empfindlichen Augen nicht mehr." Und genauso mache ich es auch. Daß mich Menschen, die nur fremde Teller sehen, viel mehr stören als Menschen, die mal eben ein Messer ablecken, sage ich nicht. Genausowenig erzähle ich davon, wie schön es ist, wenn beim Frühstück neben mir jemand raucht. Ich bin ja heute Opfer, und außerdem die Deeskalation persönlich. Das fröhliche Quieken der Göre, und die Ausführungen meines Vaters zu meiner schlechten Erziehung lasse ich hinter mir. Wenn ich einmal mehr Lust auf Streit habe, werde ich unschuldig fragen, wer um Himmels Willen mich denn so schlecht erzogen hat.

Das bringt mich auf die Kinder meines Chefs. Die sind zu dritt und richtige Rabauken. Voll in Ordnung, aber eben das, was man hier einen "Fetz" nennt. Und wenn es dort bei Tisch mal so richtig abgeht, lächle ich oft, und danke der Chefin für die Lektion, daß ich doch keine Kinder haben will. Dann verziehen der Chef und ich uns schleunig wieder nach draußen, wo etwas mehr Ruhe herrscht.
Sollte es doch so kommen, daß ich einmal über eine oder mehrere Teppichratten verfüge, werde ich sie dazu anhalten, sogar den Teller auszulecken.

Aber nur bei meinen Eltern.

Satz des Tages


Gerade eben beim Abendessen in den Fernseher meiner Eltern geschaut.
ARD, plusminus.
Der Moderator meinte zwischen den Beiträgen über Taschendiebe aus Bulgarien und Rentenbeiträgen: "Von Taschendieben kommen wir zu Hans Eichel."

Aua. Böse.

16.5.05

Kieferfurnier und der Tod

Einst half ich einer Freundin Umzug. Sie zog fort zum Studieren und hatte

niemanden, der einen Lkw fahren konnte. Ich mochte sie und das Mädel, mit dem
sie zusammenwohnte, und half ihr gerne.
So luden wir also Umzugskisten und demontierte Möbel in den Mercedes. Die
meisten Möbel waren aus ihrem Jugendzimmer und eigentlich garnicht zum
Umziehen geeignet. So vorsichtig wir sie auch abbauten, ab und an riß eine
Spanplatte auf oder mußte ein Holzdübel mit Gewalt befreit werden und ging
dabei zu Bruch. Das tat dem Spaß keinen Abbruch, und wir bauten fröhlich zu
dritt ihr Zimmer auseinander. Schließlich hatte ich ihr versichert, daß ich
alles wieder in Ordnung bringen würde.
Mit den beiden Mädels als Handlangern war ich der unangefochtene
Handwerkerkönig und wurde bei allen Fragen von "Was macht das Kabel da?" bis
"Soll der Schrank dahin?" zu Rate gezogen. Derart gebauchpinselt zu werden
steigert mein Selbstvertrauen natürlich immer erheblich.
Bei ihrer Freundin war noch weniger Vorarbeit geleistet worden, unter großem
Hallo stopfte ich ihre Kleider irgendwie in irgendwelche Kartons, weil mir
ihre gefaltete Sortiererei viel zu lange dauerte. Möbel hatte sie zum Glück
weniger, und den Rest wollten wir vor Ort kaufen.
Ihre Mutter gab mir eine Menge guter Ratschläge und einen Picknickkorb mit
auf den Weg. So fuhren wir bestens gelaunt nach Frankfurt. Es war die große
Zeit nach dem Abitur, in der ich die Namen der Wochentage vergaß, weil sie
keine Bedeutung mehr hatten, sich im Lauf der Zeit verwischten. Es muß aber
ein Wochentag gewesen sein, denn wir kamen ohne Stau an. Und heiß war es,
denn der Fahrtwind verwirbelte die kurzen Locken ihrer Freundin, und zog ihr
die langen, blonden Haare, die einer Rapunzel oder einer Shampoowerbung
würdig sind, aus dem Seitenfenster. Ich trug wie immer schwere Stiefel und
abgeschnittene Bundeswehrhosen, meinen Werkzeuggürtel legte ich zum Zeichen
meiner Würde auch zum Fahren nicht ab. Die Blonde trug die schwarzen
Stoffhosen, die überaus eng, modern und ungünstig für gebückte Arbeiten
sind, und die mich manche Unterrichtsstunde vor meinen Augen vom Schlafen
abgehalten hatten. Als sie irgendwann nicht mehr vor, sondern neben mir saß,
hatte ich mich an ihrem Rücken noch längst nicht sattgesehen und durfte der
täglichen Wanderung meiner Augen ihr Profil hinzufügen, ihren leicht
geöffneten Mund, wenn sie schrieb und mit der Zungenspitze an den
Schneidezähnen spielte. Oder ihre ein wenig verkniffenen Augen mit den
unendlich langen Wimpern, wenn sie aus Eitelkeit keine Brille trug und
versuchte, von der Tafel zu lesen. Meist schrieb sie dann bei mir ab. Wir
verstanden uns prächtig, und nach einigen Sticheleien und einem raschen
Zirkelhieb ihrerseits ließen wir ihre Pferde und meine Rindviecher aus
unseren Gesprächen. Manchmal saßen wir nebeneinander und unterhielten uns so
angeregt, daß wir anfingen, die Haltung des Anderen zu kopieren. Stützte sie
ihren Kopf auf den Arm, begann ich an meinem Füller zu kauen. Schob ich
meine Brille hoch, strich sie sich das Haar hinters Ohr.
Wir lernten gemeinsam Physik, machten gemeinsame Referate, um ihre Note in
Englisch zu heben und schauten in ihrem Wohnzimmer Horrorfilme, die uns
beiden nicht gefielen.

Ich fuhr also, und die Damen lasen die Karte. Bis Frankfurt fand ich ohne
Probleme, die Mädels suchten derweil im Europateil nach Stränden in Spanien
und Bergen in Österreich. Die Wohnung in irgendeiner dieser Trabantenstädte
zu finden gestaltete sich schon schwieriger, da die beiden zur Besichtigung
mit dem Zug gefahren waren und natürlich die Strecke nicht kannten. Ein
Anruf beim Vermieter brachte uns zumindest in die richtige Richtung, wenn
auch die Straßen immer enger und voller Verbotsschilder waren. Einbahnstraße
hin oder her, Dreißig-Zone sowieso, überall parkten Autos am Straßenrand.
Mehr als einmal mußte ich uns rückwärts aus engen Gassen befreien, nur mit
einem Außenspiegel, der kurz zuvor noch zur viel wichtigeren Kontrolle des
Teints verstellt worden war. Auf einmal standen wir in der richtigen Straße,
fast ohne unser Zutun, wie es schien. Ich klopfte auf den Warnblinkschalter
und wir setzten uns im zukünftigen Wohnzimmer auf den Boden, und tranken den
mitgebrachten Kaffee aus einem Becher und verhafteten die belegten Brötchen.
Die Schwarze rannte noch einmal nach unten und kramte den Ghettoblaster aus
dem Wagen. Ausgelassen und fröhlich tanzten die beiden vor dem mannshohen,
rahmenlosen Spiegel im Flur, während ich den Rest der Wohnung in Augenschein
nahm.
Und ich sah ausgebrochene Lichtschalter, blanke Kabel an der Decke und
überall die Umrisse der Möbel des Vormieters an den Wänden. Im Bad hatten
einzelne Fliesen Risse, das Parkett in den Zimmern war zerschrammt und matt.
Ich riß also die Damen aus ihrem Freudentaumel über die erste eigene Wohnung
und sagte Generalrenovierung an. In weiser Voraussicht hatte ich beinahe
meinen kompletten Werzeugsatz dabei, und schrieb den Mädels eine
Einkaufsliste für den Baumarkt. Dessen Standort konnten sie beim Nachbarn
erfragen, und machten sich sofort mit der Straßenbahn auf den Weg. Nachdem
wir den Nachbarn schon belästigt hatten, konnte er uns genausogut auch
einfach helfen. Entweder gefiel ihm mein Dialekt oder die Aussicht auf ein
Essen mit den Mädels, denn er war bereitwillig einverstanden, mir zu helfen.
So schleppten wir also Möbelteile und Kisten in den vierten Stock unters
Dach. Nach meiner Planung packten wir alles ins Wohnzimmer, um die anderen
Räume ungehindert herrichten zu können.
Die Mädels tauchten auf, hatten Lampen dabei und Farbe, über die ich nur den
Kopf schütteln konnte, beinahe alles bekommen, was ich aufgeschrieben hatte
und außerdem im Baumarkt einen Wagen gestohlen, um ihr Zeug überhaupt
transportieren zu können. Den Nachbarn wickelten die Mädels um den Finger
und hatten den ersten Freund schon gefunden, ohne überhaupt erst eingezogen
zu sein. Leider mußte er dann zur Schicht, und ließ mich und meine Mägde
allein.
Ich begann die nötigsten Reparaturen und die Damen überlegten, welche Möbel
wohin kommen sollten, welche Farben und Formen zueinander passten und ob das
Wohnzimmer überhaupt Wohnzimmer bleiben sollte.
Spät in der Nacht verzog sich der letzte Staub der kleinen Hilti, und der
Farbgestank zog langsam durch die offenen Fenster nach draußen, damit alle
etwas davon hatten. Und wir waren noch lange nicht fertig, konnten aber beim
besten Willen nicht mehr. Nach einiger Telefoniererei war klar, daß der Lkw
und ich noch mindestens einen Tag hierbleiben würden, und wir begannen, auf
der Suche nach etwas Eßbarem die Stadt unsicher zu machen. Zurück in der
Wohnung standen wir vor dem Problem, daß so gut wie alle Möbel vor den
Kisten lagen, und uns dreien nur eine Matratze zur Verfügung stand, die ich
in einer Ecke des Wohnzuimmers abgestellt hatte. Die Blonde holte zwei
Decken aus dem Lkw, der auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt in der Nähe
abgestellt worden war. Wir schauten uns an, und wie ein Blitz überfiel uns
gleichzeitig die Erinnerung an ein lange zurückliegendes Fest, das für ein
paar Austauschschüler ausgerichtet worden war, und bei dem wir uns zu fünft
im dunklen Nebenzimmer auf einer Matratze gebalgt hatten, weil angeblich
alle schlafen wollten, aber ständig Kichern aufkam, wenn jemand sich
bewegte. Vor Lachen noch japsend ging ich zur Tür und löschte das Licht. Im
Dunkeln entkleideten wir uns weitestgehend, und ich schickte ein Stoßgebet
zum Herrn, jetzt keine Wolke vor den Vollmond zu setzen, der zum Fenster
hereinsilberte.
Ich stieß mir an einer Kante noch den Fuß und erntete nur Gekicher. Zu müde
und außerdem zu sehr in der Unterzahl, um mich gegen die Mädels zu wehren,
ließ ich mich auf die Matratze fallen, und ließ die beiden weiterflüstern
und -kichern. Ich zog ein wenig an der Decke, bis meine Füße unten
herausschauten, und sich vier Eisklötze an meinen Beinen wärmten. Ich
verfluchte mich und beschloß, mit meinen Armen, die ich bis dahin an mich
gepresst hatte, etwas Besseres anzufangen, und legte sie um jeweils einen
der Schöpfe, die ich aus den Augenwinkeln im Halbdunkel erkennen konnte.
Keine Hand wanderte über meine nackte Brust, aber immerhin beschwerte sich
auch niemand. Ich beschloß, dies als Teilerfolg zu werten. Als wenig später
meine Beine schon gefühllos wurden und ich mich damit abfand, diese Nacht
nicht zu schlafen, quiekte es neben mir. Ich ruckte mit dem Kopf zur Seite
und meine Nase dockte unsanft an etwas Weichem an, das gleich darauf feucht
und überaus hart wurde, und schmerzte. Die zum Schmerz zugehörige Dame
nuschelte, ich solle gefälligst meine Nase aus ihrem Mund nehmen, worauf ich
ebenso undeutlich erwiderte, das sei mir nur möglich, wenn ich entweder
einen Teil davon zurücklassen würde, oder sie ihr Raubtiergebiß etwas öffnen
würde. Die Ruhe löste sich im Gelächter auf, und wir setzten uns auf. Ein
Telefon leuchtete auf, und schwebte zur Tür. Ich fragte mich, wo es
versteckt gewesen war, fand aber nicht den Mut, zu fragen, ob
Damenunterwäsche mit Telefontaschen ausgerüstet sei. Das Licht ging an, und
der Wuschelkopf verschwand in der Küche. "Was hat sie denn vor?" fragte ich,
und ließ mich zurückfallen. Etwas klirrte draußen. "Na klar - der Sekt!"
rief es neben mir, und ich fand mich alleine auf der Matratze wieder. Bis
ich mich seufzend hochgewuchtet hatte, war ein Paar nackter Beine bereits im
Flur verschwunden. Ich sinnierte, ob ich an meinem Verstand oder lieber an
dem der Mädels zweifeln sollte, und entschloß mich, einfach abzuwarten.
Kurz darauf tappten Füße durch den Flur, und die Mädels standen wieder da,
bepackt mit einer Riesenflasche Sekt. Wir setzten uns auf die Matratze und
ließen sie kreisen. "Auf die Wohnung!" tranken wir, und auf den Handwerker,
auf Studium und auf das Leben an sich.
Stunden später lagen wir genauso da, wie es damals gewesen war, das Licht
blieb an, einen der Eisklötze begann ich mit der Hand zu wärmen. Ein
vorwitziges Haar stieß mir in die geplagte Nase, und ich pustete es
vorsichtig weg. Das gefiel, also pustete ich weiter auf das Ohr, das
halbverborgen in Reichweite war. Es zuckte leicht, und überglücklich pustete
ich erneut. Eine Hand hob sich aus dem Gewühl, tastete nach meinem Gesicht,
und kniff mich in die Nase. Dann blieb sie auf meinem Gesicht liegen, ich
spürte einen Ring auf meiner Wange. Damit schlief ich ein.
Und mit einem Abdruck des Rings erwachte ich am Morgen, geweckt von
Kaffeeduft und dem Rascheln einer Brötchentüte.

Die nächsten zwei Tage machten wir die Behausung wohnlich. Die Pinsel
schwangen, die Hilti rotierte, Sicherungen flogen und wurden wieder
reingedrückt. Und über dem ganzen Staub und Dreck lag das Gelächter der
beiden, das so himmlich klang, daß ich einmal unter der Spüle im Schrank
unmöglich verrenkt hing, innehielt, um zu lauschen, wie die beiden die Wände
und sich gegenseitig strichen. Wir saßen abends am Küchentisch, redeten über
das Leben und die Zukunft, tranken Amaretto-Apfel und Wodka-Kirsch-Orange.
Und mehr als einmal sangen wir Tom Pettys "Into the great wide open", und
langsam wurde uns allen bewußt, daß die Verbissenheit des letzten
Schuljahres, das Durchhalten und Weitermachen endlich abgeschüttelt werden
durfte. Alles war möglich, wir unendlich groß und sicher. The sky was the
limit.

Ich wollte irgendwann noch einige Borde im Bad anbringen, weil bei zwei
Damen mindestens ebensoviele Quadratmeter Abstellfläche für alle Wunder der
Schönheitsindustrie nötig sind. Und statt des langweiligen Weiß hatte ich
Spanplatten mit Kieferfurnier sägen lassen. Da stand ich also im Flur, das
zukünftige Bord zwischen die Knie geklemmt, und setzte mich mit dem
Furnierband auseinander. Das muß aufgebügelt werden, und danach an den
Seiten abgeschnitten. Ein Bügeleisen? Hatten die Mädels, gar kein Problem.
Ein alter Lappen? Nicht einmal Geschirrtücher waren da, die Handtücher zu
edel und ich ratlos. Ich hatte beim Umzug nicht mit einem Aufenthalt
gerechnet und konnte mein einziges Hemd nicht entbehren. Die Mädels sahen
die Uni als Laufsteg, und hatten nur Kleider dabei, ohne die irgendeine
Kombination ausfallen würde. Es war dunkel, die Nachbarn sicher im Bett, ich
wollte an dem Abend noch nach Hause fahren, weil der Lkw am Tag darauf
benötigt wurde.
Die Blonde verschwand in ihrem Zimmer, und tauchte mit etwas Schwarzem in
der Hand wieder auf. "Für Dich." Ich faltete das Knäuel auf, und starrte
durch den winzigen Stoffetzen entgeistert die Blonde an. Die beiden lachten.
Ich machte mich an die Arbeit, bügelte das Furnierband auf, und brachte die
Borde an.
Wir räumten noch ein wenig auf, ich sammelte meine Werkzeuge ein, und wurde
bis zum Wagen begleitet. Einladungen und Umarmungen schwirrten, der Abschied
leuchtete so sehr wie die letzten drei Tage geleuchtet hatten, hell im
Dunkel der Erinnerung. Eine Hand fuhr kurz in eine meiner Taschen. Das helle
Gelächter der beiden verstummte, als ich die Tür zuschlug, und schwoll
wieder an, als ich das Fenster herunterkurbelte.

Als ich davonfuhr blitzte der Ring an der winkenden Hand und spiegelte das
Licht des Mondes oder das der Laterne. Ich rieb mir über die Wange, wo das
Mal verblasst war. Wenn ich ganz vorsichtig mit der Fingerkuppe
darüberstrich, meinte ich, es spüren zu können. Ich legte die Hand wieder
ans Lenkrad.
Auf der Autobahn faßte ich in meine Tasche, und zog das Stückchen schwarzen
Stoffs heraus, das ein wenig angesengt roch, trotzdem weich und angenehm
war. Ich knüllte es zusammen und schob es wieder ein. Ich lächelte
vorsichtig, es schmerzte nicht. Ich versuchte es noch einmal, lachte dann.
Die vorbeischießenden Scheinwerfer ließen Lichtspuren über mein Gesicht
huschen, die ich beinahe spüren konnte.

Auf welche Geschichten man stößt, wenn man beim Aufräumen im Schrank einen
Streifen Furnierband in Kiefer findet. Und dabei hatte ich nur aufgeräumt,
um mich ein wenig abzulenken.

Morgen wird sie beerdigt. Hier, wie sie es sich gewünscht hat.

The sky was the limit.

15.5.05

Ich kann nicht in Worte fassen, was mich umtreibt.

Ich fahre bis zum sprichwörtlichen Umfallen, alles andere bleibt liegen. Und ich bin glücklich dabei.
Danach muß ich tagelang aufarbeiten, was liegenblieb. Und ich hasse es.
Ironie des Lebens.

Kükenfest in Stuttgart am Donnerstagabend. Vom Arbeiten direkt dort eintrudeln. Gemütliches Vorglühen in der WG. Auf dem Fest sofort verlassen dagestanden. Irgendwann ins Auto gelegt und versucht zu schlafen. Vor sechs wieder heimgefahren zum arbeiten.
Den ganzen Tag gegrübelt. Was soll das denn? Die "Prä-Kükenfest-Fete" war klasse. Einwandfrei. Etwa zehn Personen um den Küchentisch. Lachen, trinken, Musik. Unauffällig H. bewundern, die eine Dose Red Bull im Dekolleté versteckt. Mit ihr anstoßen. Auf einen Seitenhieb von ihr bricht das Gespräch ab - alle starren mich an. Ich bin hilflos, und sage das auch. Eins zu null für Dich, Spiel, Satz und Sieg. Meine Hochachtung. Das bricht den Bann, alles lacht. In Ordnung.
Auf dem Fest habe ich sie noch einmal kurz gesehen, als sie mit einem Zettel in der Hand zu mir kam. Darauf stand eine Art Punkt-für-Punkt-Plan, mit dem sie sich den perfekten Mann angeln wollte. Hatten wir zuvor gemeinsam ausgetüftelt. "Haben wir eine Affinität zueinander?" - Die Dame studiert Mathe und Physik in Richtung Lehramt. Ich war bereits ein wenig betrunken und etwas mehr einsam. Nie wieder Studentenparties.

Ich bin immer noch zerschlagen von den letzten Tagen. Und stolz. Schlaf ist was für Weicheier.

Außerdem träumt es mir davon, mal wieder zu klettern. Oder Kajak zu fahren. Oder doch mal wieder Kampfsport. Naja, Träume eben.

Die KLR ist komplett zerlegt. Ich wollte es nicht wahrhaben und habe alles geprüft. Vom Starterstromrelais bis zur Zündspule. Alles. Es ist einfach der Kabelbaum. Vorne am Lenker ist eine Art Blech, an dem die ganzen Stecker für Schalter und Armaturen befestigt sind. Dort haben einige Kabel sich durchgescheuert und einen Kurzschluß verursacht. Jetzt gibt es einen neuen Baum, denn flicken ist an der Stelle nicht drin. Lötstellen brechen, Lüsterklemmen reißen die Adern ab. Ich bin noch im Zweifel, ob ich ihn selbst wickeln soll. Witzig wäre das. Denn ich würde ausschließlich schwarze Kabel verwenden, und die ganzen Stecker, die man nicht verwechseln kann, auch weglassen. Und dann verkaufe ich sie. Gehässig.

Die GPX ließ mich diese Woche auch schon im Stich. Unterdruckschlauch zum Bezinhahn derart porös, daß der nichts mehr durchließ. Und die GPX hat zwar eine Reservestellung, aber leider keine "Pri", die den Sprit einfach durchrauschen lässt. Wenigstens habe ich festgestellt, daß mehr Menschen anhalten, um mir Hilfe anzubieten, als ich das gedacht hätte. Aber die zwei Kilometer schob ich sie lieber heim.

Alles in allem geht es eben hoch und runter. Beinahe wie im wirklichen Leben.

Frühlingsfest 61 05 revisited (II)


Samstagabend. Bardienst.
Der Texaner, die Brünette, die Polizistin, die Juristin, der Agraringenieur.

Ich zapfe, die Mädels verkaufen, der Agrarier sorgt für Nachschub.
Gemeinsam packen sie Feigling kartonweise. Ich bleibe beim Pils.

Gegen Ende - der Texaner und die Brünette prosten sich noch einmal zu, ich schmeiße die Bar vollends alleine. Sie ist müde, will nach Hause.
Es tauchen auf: Der GasWasserScheiße-Ingenieur und sein Kamerad, der frühere Freund von S.
Betretene Stimmung meinerseits. Ich gebe eins aus. Was bleibt mir? Ich kann niemanden mehr bitten, für mich weiterzumachen. So bleibe ich tapfer stehen, als er sich mit dem Dipl.Rohrleger über die Welt, Frauen und Untreue unterhält. Denke ich wenigstens, ich bekomme nur die Hälfte mit.
Ich zapfe mir noch ein Pils, halte mich am Hahn fest.
Ich will hier weg.
Ich bin nicht schuld daran. Das war ihr Ding, ist nicht mehr seines und meines mittlerweile ebensowenig. Leidensgenossen quasi. Als ich auftauchte, war alles schon vorbei. Ich durfte noch mitansehen, wie sie eine neue Wohnung suchte, die erste Nacht in der neuen Wohnung mit warmem Bier auf dem Fußboden im Wohnzimmer, der Umzug, ihr unnachgiebiger Drang, das "Jetzt erst recht", immer unterwegs, Drehzahl am Anschlag. Und die Tiefs, das "Ich alte Kuh", das "Ich bin schuld", jedes Wort von mir zuviel, Trost fließt warm von einer Hand zur anderen. Den Kopf zurechtrücken, Meinungsaustausch bei voller Lautstärke, der Schlüssel zum Moped, den sie mir abnahm, als ich noch fahren wollte, das "Bitte hol mich, hier ist alles furchtbar".
Und ich bin immer noch nicht schuld. Wäre die Zeit nicht so verflucht relativ, könnte ich das erklären. Ich war zu spät. Und deshalb irgendwie rechtzeitig. Alles richtig und korrekt gemacht, und trotzdem alles Murks.

Noch fühle ich mich unwohl. Man sieht mir an, was ich denke. Die beiden bestellen nochmal. Ich zapfe drei, trinke eins mit. Die Welt dreht sich schneller, Farben verlaufen und ich bin unsichtbar.

SMS


Hallo, gibts eine Karte für mich? Und kommst Du morgen früh in TM? Dann komm ich erst abends zum Kükenfest.
10:32

Ähm, hups. War gedanklich woanders. Dir wollte ich eigentlich was ganz Anderes, und Deine war eigentlich für einen Studienkollegen... Ach, ich bin verwirrt. Gruß
10:35

Jaja, verwirrt im Alter - das kenn ich...
11:45

Danke, trampelt nur alle auf mir rum. Auto hin, Mopeds hin, und jetzt bin ich auch noch alt. Fällt mir jetzt noch der Himmel auf den Kopf? Vergrabt mich einfach...
12:11

Ach wie schön - endlich mal wieder jemand, der gute Stimmung verbreitet...
13:25

Hey, ich dachte, Ironie sei MEIN zweiter Vorname? Aber ist ja eh feminin, Du darfst ihn also behalten. Ich schenk ihn Dir.
21:34

Erwähnte ich bereits, daß ich gerne Kurznachrichten schreibe?
Also - wer mir schreibt, bekommt eine Antwort. Und die besten werden veröffentlicht.

10.5.05

Frühlingsfest 61 05 revisited


Wort vom Sonntag:

"Disco-Ärschle"

Die Dame hat Humor. Und einen erstklassigen Beinansatz.
Gibt es einen Beruf, bei dem ich den ganzen Tag Damen Klettergurte anlegen darf?

9.5.05

"Come in"


She said, "I´ll give ya
Shelter form the storm."
(Bob Dylan - Shelter from the storm)

Stürmisch war es.

Und ich saß da, und hörte Live at Budokan, als ihre Nachricht mich erreichte. Ich habe es nicht einmal gehört. Nur das grellrote Flackern des Telefons drang irgendwann in meinen halbtrunkenen, halbblinden Gesang. Und zerblies zu Staub, was Momente zuvor noch eine Gedankenfeste gewesen war. Eine Sandburg bei Flut. Nichts.
Aus dem Staub der Gedanken Worte sammeln. Erfolglos. Kopfschütteln - den Staub verscheuchen. Fenster auf. Kopf raus. Neuer Anlauf.
Das nächste rote Flackern wartete ich noch ab.
Das übernächste sah mich bereits auf dem Weg.

Bob Dylan spielte alleine weiter. Ich stelle mir vor, daß mein Sessel noch ein Weilchen mitgeschwungen hat, bevor er eingeschlafen ist.

Und daß ich durch etwas Rotes auf etwas Brünettes aufmerksam wurde, ist Ironie des Schicksals.

Stürmisch war es. War ich. Warst Du. Waren wir.
Ach ja, geregnet hat es auch.

7.5.05

Geburtstag


Gerade eben verließ mich mein Hauptbremszylinder am Polo.
Und das auf der Steige, die von der Alb (ganz oben) mit zwischendrin 16% Gefälle nach Hause (ganz unten) führt.

Ich hab´s überlebt. Mein Auto auch. Aber das Blitzerbild lasse ich mir schicken.

Ich betrinke mich jetzt - Schönen Samstag noch!

6.5.05

Vermischtes


Weshalb kann ich mir Passwörter wie "XIpo97et" merken, während mich die vierstelligen Zahlen von Mobiltelefon und Bankkarte regelmäßig überfordern?

Und weshalb packt mich das Grauen, wenn ich an die letzten beiden Tage denke?
Der Geburtstag von C. war klasse. Ich wollte zuerst nicht hin, weil mich vor solchen lange im Voraus geplanten Veranstaltungen regelmäßig eine unerklärliche Unlust packt. Doch er rief am Abend zuvor schon an, um gemeinsam im Bauwagen ein Bier zu trinken. Dann am nächsten Tag nochmal, weil wir die Hälfte vergessen hatten zu besprechen.
Da saß ich gerade mit A. im Restaurant beim Mittagessen. Wir palaverten ausgiebig über Gott und die Welt. Und ich liebe es, mit dem studententypischen Rucksack und dem Hemd irgendeines Jugendclubs in die Landesbank zu latschen, und eine Managerin abzuholen. Stilbruch für Anfänger, der elegante Hosenanzug und die verschlissenen Jeans. Den Protest der Studenten von außen betrachten und sich ganz weit weg fühlen.
Zum Geburtstag kam auch S., die es nicht für nötig gehalten hatte, mich davon in Kenntnis zu setzen, daß sie selbst fahren und unheimlich bald wieder gehen würde. Wir haben uns zwar nett unterhalten und für den nächsten Tag verabredet, doch ihre Art vom vergangenen Freitag war weit entfernt. Kein Ernst, kein Gefühl, Neutralität. Diese Stimme, als sie leise fragte, ob denn die letzten acht Wochen lebenswert gewesen seien, und was sie denn falsch gemacht hätte, wich dem kühlen Ton, den sie sich in dieser Zeit für mich angewöhnt hatte. Ich versuchte, sie in unser GEspräch mit einzubeziehen und keinen Gedanken daran aufkommen zu lassen, ich würde sie wieder ignorieren. Aber an einem Tisch voller Bauern sind die Themen von allgemeinem Interesse sehr begrenzt. Ich war zugegeben ein wenig erleichtert, als sie ging. Am nächsten Tag würden wir uns sicher besser unterhalten können.
Ich übernachtete bei M., der mit seinen Frauengeschichten nach außen das Bild eines schlimmen Schwerenöters darstellt, der sich aber beim intensiven alkoholgetränkten Gespräch in der Nacht verletzlich und einfühlsam zeigte. Seine klaren Ansichten zum Leben und zur Liebe stoßen zunächst ab, sind aber mit der Zeit vertraut und nachvollziehbar.
Am Vatertag starteten wir im Lauterburger Schützenhaus. Mit großem Hallo zogen wir die Leiterwägelchen nach Bargau.
Im Festzelt sah ich S. Sie saß am Tisch neben R. Daraufhin habe ich so getan, als sähe ich sie nicht, und ließ mich wieder in den Suff fallen. Nach einer halben Stunde fuhr mich B. nach Hause. Und ich gebe zu, ich bin ein wenig erleichtert, daß sie dieses Wochenende in Frankreich ist. Sie strengt mich derzeit sehr an. Und lenkt mich ab. Dabei brauche ich gerade Ruhe, um mit einem anderen Problem klarzukommen: dem Golfplatz, der auf dem Betrieb meines Onkels gebaut werden soll, und gegen den ich mich nicht aussprechen darf, weil ich meinen Onkel nicht beeinflussen will. Es schmerzt mich trotzdem, wenn ich weiß, daß dieses Jahr vielleicht die letzte Nachtaktion bei der Maissaat gelaufen ist. Nie wieder nachts mit dem Caddy oder der KLR am Feldrand stehen, und die Lichterpaare des Trons nach und nach über der Kuppe auftauchen sehen, begleitet vom anschwellenden Dröhnen der einhundertundfünfunddreißig Dieselrösser.

Einträge, die die Welt verändern (oder so)


(...)
- der Vorlesungsboykott wird eingestellt, da zu oft der Eindruck entstand, dass unschuldigen Studierenden eine gewisse Meinung aufgezwungen werden sollte, und dies nicht der Sinn der Sache ist. Man möchte mit den Leuten kooperieren und keine Front aufbauen. Deswegen ab jetzt eine passivere Informationspolitik mittels Info-Stand in Vaihingen.
(...)
(schrieb ein Kommilitone im Maschinenbauer-Forum.)

Dafür meinen Respekt! Fehler eingestanden und korrigiert - sauber. Gefällt.

Und wenn jetzt noch die Diskussion vom simplen "Ich bin dagegen" (von dem Gezerre um Weltpolitik, Schulden, Arbeiterklasse und Motorräder rede ich jetzt garnicht, da drfitet die Diskussion doch sosehr ins Abseits, daß man sie von der Mittellinie aus garnicht mehr sehen kann) hin zu einem konstruktiven "Was können wir bieten?"-Dialog geht, dann kann ich es vor Wohlsein schon beinahe nicht mehr aushalten.

Anbei ein Vorschlag von einer Freundin von mir, die sich mit solchen Dingen auskennt: Wie wäre eine gestaffelte Studiengebühr? Irgendwas (ohne direkt Zahlen zu nennen, dafür kenne ich mich nicht genug aus) mit kostenfreiem Vordiplom (in vier Semestern), und dann sagen wir mal eine Million fürs fünfte, zwei fürs Sechste, drei fürs siebte, etc. Die Zahl ist absichtlich absurd gewählt, weil mir sonst irgendein Nägelkauer wieder hinterherrechnet. So würde der positive Aspekt der Studiengebühr eher zum Tragen kommen, ein Zwanzigsemesterstudium wäre unsäglich teuer.
Oder vielleicht was mit Kredit und Rückfinanzierung bei Erfolg? Oder oder oder... (und ich denke nicht an den Fluß).

Man muß sich mal vor Augen halten (und jetzt werde ich mal allgemein und philosophisch, also Sitze hochklappen, anschnallen und das Rauchen einstellen!), daß zu einem (erfolgreichen) Studium drei Dinge gehören: Motivation, Möglichkeit, Befähigung. (wenn jemand ein Synonym für das letzte hat, das mit "M" beginnt, wäre ich dankbar! Es läse sich einschlägiger.)
Das heißt, daß zuerst die Motivation kommen muß: Jemand will studieren, aus welchem Grund auch immer. Sei es, um seinen Traumberuf zu bekommen, einen Haufen Ören zu scheffeln oder auch nur um die Mädels zu beeindrucken Von mir aus auch aus Idealismus und so Kram..
Dann muß dieser Jemand (nennen wir ihn der Einfachheit halber mal Texas-Jim, nicht zuletzt weil er ohnehin so heißt) die Möglichkeit haben, zu studieren. Es muß also eine Hochschule da sein, an der er studieren kann, und er muß es sich leisten können, kaum Geld zu verdienen, nur mit der Option auf das große Geld im späteren Leben.
Jetzt braucht der gute Texaner noch die Befähigung, das heißt, er muß in seinen Fächern eben die Prüfungen bestehen, er muß lernen können und Frustrationstoleranz beweisen (woran unser aller Texaner irgendwann scheitern wird, wenn das der Fall sein sollte).

Und mit diesen drei Hebeln kann ich viel bewirken.
Eltern können ihren Kindern die Motivation in gewisser Weise antrainieren. Oder eben auch nicht. Da kämpft dann der Pawlowsche Hund, der immer gehört hat, daß nur Handwerker Menschen sind (oder eben Ingenieure, Betriebswirtschaftler oder Briefträger meinetwegen) mit dem Willen des jungen Menschen, sein Leben zu gestalten. Andere Motivationen gibts auch, die kann sich ja jeder selber denken.
Politisch kann ich die Möglichkeiten, zu studieren, gestalten, indem ich Hochschulen baue, ausrüste und unterhalte. Und/oder durch Studiengebühren.
Aus hochschultechnischer Sicht kann ich die Befähigung vorher prüfen. (Ich weiß, daß das nicht immer hundertprozentig funktioniert, aber niemand ist perfekt. Auch ein Einstellungstest ergibt nicht immer ein sauberes Ergebnis. Bei der einen Firma war ich zweiter von hundert, bei der zweiten siebter von sieben - für den gleichen Job. Na und - das Leben ist kein Schlotzer. Und erst recht kein Wünschkonzert.) Und ich kann danach zulassen oder ablehnen, wie es an manchen Hochschulen schon gemacht wird.

Und anstatt sich nur auf die Hinterhufe zu setzen und ein bockiges Gesicht zu machen, sollte man sich mal unter Beachtung aller Aspekte ein Bild machen, was man überhaupt will.
Ich denke, daß wir zumindest im Studiengang zuviele sind. Das hat sich womöglich herumgesprochen. Also Hochschulzugangsprüfung. Eignungstest. Das Abitur reicht nicht aus, das bekommt man ja an den Kopf geworfen, wenn man nur lange genug bettelt.
Dann nerven mich die "ewigen Studenten". Ich weiß nicht einmal, ob es sie gibt, aber hören tue ich den ganzen Tag von ihnen. Es gab Leute, die nicht mehr mit mir geredet haben, als ich vom arbeitenden Volk zum studierenden wechselte. Manche tun es heute noch nicht wieder. Für mehr Popularität braucht es mehr Einsatz, mehr Feuer. Ein Student soll von niemandem als faul beschrieben werden können, sondern quasi und übertrieben als harte Sau, als das Sondereinsatzkommando unter den Lernenden. Die Navy Seals der Nichtarbeitnehmer oder so. Also Studiengebühren. Geldeinsatz ist auch ein Einsatz. Fast wie Lotterie, nur daß man etwas tun kann, um seine Chancen zu erhöhen. Nämlich am Studium arbeiten, lernen. Also mehr Prüfungen, engeres, dichteres Studium. Trimester vielleicht? Zusätzliche Übungen für jedes Fach? Dafür spräche das Modell meiner Freundin, aber es gibt sicher noch tausend andere Möglichkeiten.
Und dann ergibt sich das mit der Motivation doch von alleine. Wenn für ein Studium (noch) mehr Einsatz gefordert wird, machen es nur noch die Motivierten. Die morgens "tschakka"-rufend in den Hörsaal stürmen und sich bis aufs Messer um die erste Reihe streiten. Naja, fast.

Was ich sagen will, ist: Lasst euch was Konstruktives einfallen. Die Destruktiven hat immer der Teufel geholt. Oder sie haben sich selbst dorthin aufgemacht. Von mir aus zeichnet Diagramme, schreibt Briefe an den Landtag, bombardiert das Ministerium mit Kurznachrichten (gefährlich - das gabs von einem Radiosender schonmal, und die mußten damals bitter büßen) - aber nur, wenn ihr einen Plan habt. Der muß sich nicht mit meinem decken, jeder kann seine eigene Meinung haben. Aber nur dagegensein ist eben keine Meinung. Wer sich bockig in die Ecke stellt, darf nicht erwarten, daß ihn Mami da rausholt.

Danke fürs Lesen.

Euer aller Texas-Jim, der heute mal wieder den Oberlehrer rauskehrt.

PS: Wenn ich hier noch ein Wort über Motorräder lesen muß, dann ist hier finnisch. Aber mit einem "n" und ohne "c". Und behaltet eure Weltpolitik und eure Geschichtskenntnisse für euch. Das Thema selbst reicht doch - Marx und Engels dürfen weiterschlafen. Selber groß, selber denken!

Also, keep on pflügin´!
(Mannmannmann, was wäre die Welt ohne meine Geistesblitze? Wink )

5.5.05

Schön


Vögeln vor dem Fenster beim Vögeln zusehen. Oder was auch immer die Viecher den ganzen Tag tun. Sehen glücklich aus, die zwei.

Trotz Regen.

Kampf


Ich kämpfe gerade mit einem etwas länglicheren Artikel, der einfach nicht so werden will, wie ich ihn gerne hätte.
Die Geschichte entwickelt sich nicht dem Plot entsprechend. Und zur ohnehin schon abdriftenden Handlung passt meine Wortwahl nicht immer so riochtig.

Tja, und jetzt habe ich ihn aufgegeben. Bevor es eine Totgeburt werden konnte.

Und jetzt zurück zum freien Schreiben - ohne Plot und ohne Plan.

4.5.05

Geburtstags- und Vatertagsstress!

(Wenn ich wieder nüchtern bin, geht es weiter... Ich weigere mich, jetzt nachzudenken! Jetzt wird gefeiert!)

3.5.05

Auftrag des Tages


Einmal an mich selbst zu denken.

Tat des Tages:
Regal gekauft.

Kommentar des Tages:
Wieso nur eines - da passen Deine Studienordner doch nie rein.

Stimmung des Tages:
Welcher Tag ist denn heute überhaupt? (Also eher desorientiert).

2.5.05

Streik / Streik (II) / Vermischtes


Die UNI Stuttgart wird morgen bestreikt und die Aktion hat auch ein Blog.

Und ich mach´ morgen den Streikbrecher. Ich will nicht mehr diskutieren, und ich will auch nicht handeln. Einfach weitermachen wie bisher, und das Leben nehmen, wie es kommt.
Sicher, Demonstrationen und Streiks haben viel erreicht (verflixt, ich fange schon wieder das Diskutieren an!), aber mir fehlt die Kraft dazu. Und den Sinn habe ich auch noch nicht gefunden.

Die "Laßt-mich-einfach-in-Ruhe-mein-Ding-machen"-Einstellung mag ja zu bequem sein, aber ich konnte mich einfach noch nicht zu einer Meinung durchringen. Unter anderem deshalb, weil ich noch kein Konzept gesehen habe.
Außerdem kann man sich nicht auf teuren Lautsprechern oder Motorrädern ausruhen und vom Existenzminimum daherreden. Das kann anderen ganz anders gehen.

Deshalb nehme ich niemandem die Meinung und den Glauben an seinen Streik. Wirklich stören tut mich nur, daß mein Tagesablauf wohl etwas aus dem Ruder geraten wird. Und daß die ganzen Nicht-Feinwerktechiker montags sowieso nicht da sind.

/

Außerdem habe ich es abgelehnt, morgen bei der Verwandtschaft beim Silieren zu fahren. Ich höre mir jahrelang das Gerede an, wie gut ich es habe, und wieviel Zeit ich habe. Da könnt ihr mir doch nicht meine Zeit stehlen. Und gut hätte ich es auch nicht, ich müßte extra sechzig Kilometer anreisen. Da bleibe ich lieber da, wo ich heute schon den Tag über war: bei einem Bekannten, dem ich nur helfe, weil er mir zeigt, daß meine Hilfe willkommen ist. Ganz ohne Stundenlohn.
Und den Rechner von H. richte ich morgen abend. Oder Dienstag, wenn es regnet.
Und das Klassentreffen soll A. selber organisieren.
Und morgen früh redigiere ich die Diplomarbeit von M. kurz, und dann machen wir die CD dazu.

Das waren übrigens die vier Gründe, warum ich um Mitternacht schon zuhause war. Und dazu noch schlechtgelaunt. Obwohl S. morgen etwas in ihrem Briefkasten finden wird, das den Schlußstrich unter das erste vollständige Beziehungsgespräch setzen wird, das ich je geführt habe. Dauer drei Stunden, Erfolg ungewiß. Sie sah die Sache so komplett anders als ich - und als ich es von ihr geglaubt hatte. Trotzdem Trikottausch. Freundschaftsspiel eben. (Nicht einmal ein gelungenes Wortspiel bekomme ich mehr hin heute - die Hitze hat mir ganz schön zugesetzt.)

Schade, daß die Bräune des heutigen Tages in der Dusche blieb. Alles zerfällt zu Staub. Scheint so. (Bei geschlossener Kabine hatte ich knapp 70° Innentemperatur - trotz 15° aus der Klimaanlage. Multimeter mit Temperaturfühler sind was Feines. Also Kabine auf, Staub rein, Texaner schmutzig. Aber strahlend. Auch einhundertundachtzehn Pferde sind was Feines. Ja.)
Und der Vergleich zum Farin-Urlaub-Video kann steckenbleiben. Ich bin nicht blond, der Staub war nicht rot, und ich spiele nicht Gitarre. Außerdem mag ich den Mann nicht.)

So. Feierabend. Bevor noch ein Unglück geschieht.

1.5.05

Wichser schreibe ich von nun an mit ix.
So.


Nachtrag:
Ich bitte um Beachtung meines Kommentars. Löschen wäre zu einfach.