30.1.05

Gestern habe ich bereits den zweiten Abend des Wochenendes zuhause verbracht. Die ersten Leute riefen heute morgen bereits an, um zu kondolieren.
Ganz so tragisch war es zwar nicht, aber die Aufmerksamkeit, die ich durch mein Fernbleiben auf mich ziehe, scheint größer zu sein als die, wenn ich ganz normal anwesend bin. Seltsamerweise passieren die wirklich wichtigen Dinge auch erst, wenn ich z.B. bei den Jungs im Bauwagen an der Bar meditiere (was aber in diesem Jahr erst einmal vorgekommen ist, als E. zu Besuch war, und ich ihm unbedingt nochmal "Sechzehn-Tot" erklären musste).
Irgendwie war dieses Wochenende die Lust nicht da; am Freitag habe ich mich nach einem Feierabendbier auf den Heimweg gemacht, nur um dann nachts durch das Telefon und die obligatorische "Wo ist noch was los - Kommst Du mit - Wo bist Du - Kannst Du mich holen?"-Frage geweckt zu werden. Scheinbar hat die Dame aber doch noch ein Fest/einen Begleiter/einen Fahrer gefunden, denn sie hat sich erst am Samstag wieder gemeldet.
Gestern habe ich mich dem Faschingsball des Sportvereins im Dorf verweigert, weil mich das Männerballett, bei dem ich vor zwei Jahren noch dabei war, irgendwie nicht mehr reizt. Ich werde alt. Und als die Kollegen aus Bartholomä Richtung Waldstetten losfahren wollten, war ich noch nicht hergerichtet. Dann bin ich eben zuhause geblieben und habe mir heute morgen beim Taxidienst (wer schenkt mir ein gelbes Taxi-Schild?) für den Faschingsverein alles über das Fest erzählen lassen. Und ich bin nicht einmal, wie üblich, in unendliche Trauer versunken, weil ich mal was verpasst habe. Im Gegenteil: Ich höre mir die Geschichten immer noch gerne an, S., dessen Höschen beim Tanz verrutscht ist, und der die ganze lokale Damenwelt in helle Begeisterung versetzt hat, S., der mal wieder so zutraulich "Darf ich heute bei Dir schlafen? Ich bin auch ganz anständig..." fragte, und meine Zimmerer B. und J., die einfach nur sturzbetrunken waren. Aber ich wünsche mir nicht mehr, dabeigewesen zu sein.
Ich werde alt. Zum Glück ist Donnerstag Weiberfasching - da werden wir wieder "so richtig" um die Häuser ziehen, nach dem Ball in Mögglingen den Club (www.club-72.de) öffnen und einfach ein Riesenfest haben. Außerdem muss ich jetzt los - die Remsgöckel haben beim Umzug irgendwas Böses mit mir vor und die Hohenstaufer Hexen wollen mich in ihren Wagen sperren. Ganz zu schweigen davon, daß mich die Bartholomäer ob meines neuen Aufklebers am Auto wahrscheinlich einfach lynchen werden. Wir werden sehen...

Nachtrag: Warum meldet sich Hollywood nicht bei mir? Mein Fernbleiben müsste dort doch längst Legende sein...

29.1.05

Titel

Manchmal haben Lieder eine Bedeutung fürs ganze Leben. (The Police - So lonely)
Manchmal treffen sie einen Nerv und bringen ihn zum Vibrieren, bis er reißt. (Jon Bon Jovi - August 7, 4:15)
Manchmal beschreibt ein Lied eine Person. (Stefan Gwildis - Sie ist so süß; The Cranberries - Desperate Andy; Pomm Fritz - Baurabua)
Manchmal schreibt man einen Blogeintrag, der verflucht genau aussieht, wie ein Liedtext einer deutschen Band. (Pur - Manchmal)
Manchmal hört man ein neues Lied, das schon alt ist, aber jahrelang auf einen gewartet hat. (Heinz Rudolf Kunze - Leg´ nicht auf)
Manchmal mag ich Rap. (Pyranja - Bauchschmerzen)
Manchmal können auch dünne Stimmen und Synthesizer nicht verhindern, daß man sich den Text an die Wand pinnt. (Wir sind Helden - Die Zeit heilt alle Wunder)
Manchmal erinnern Lieder an Situationen (Element of Crime - Nichts mehr wie es war; Donots - Room with a view (Give me shelter); Die Happy - Worlds away)
Aber meistens ist es wie immer (Die Toten Hosen - Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)), man hört nicht richtig zu. (Nebenbei: daß es meist wie immer ist, halte ich nicht unbedingt für eine gewagte These...) Und wenn man ein Lied, das einen begleitet hat, vergisst und wiederfindet, ist das Grund genug für ein Fest. (böhse onkelz - Immer auf der Suche (nach ´ner guten Zeit))

Und das gesuchte Lied hat mich heute morgen auf einer Odyssee durch meinen Plattenschrank begleitet. Es war: The Donnas - Keep on loving you, und ich wollte es unbedingt dabeihaben, wo doch heute wieder Pflügen angesagt war. Nun bleiben mir nur noch ein paar Hektar übrig. Der neue Pflug vom Chef kommt erst irgendwann im April, und bis dahin werde ich wohl Nägelkauen müssen... Und wer will im April schon pflügen?

Als Erklärung sollte ich wohl hinzufügen, daß ich mich beim Pflügen entspanne, konzentriere und über die Probleme der Welt im Gesamten und meiner Welt im Besonderen nachgrübeln kann. Außerdem kann ich dabei so wundervoll fluchen, wenn meine Finger bei 12° Kälte wieder einmal am Eisen des Oberlenkers festkleben. Aber das sind Nebensächlichkeiten. Wichtig ist hier die Schizophrenie eines Maschinenstürmers, der den deus ex machina in Gestalt eines Deutz-Fahr Agrotron 106 MK2 (man verzeihe mir die Nennung des kompletten Namens, ich werde auf die Seriennummer verzichten) kennenlernte.
Einerseits verehre ich die Alten, die noch mit ihren Händen Berge versetzt haben, die ihr Leben lang gerackert haben, wie es heute kein Mensch mehr aushält. Die Fröhlichkeit der Menschen wächst, je mehr sie arbeiten.
Andererseits kann ich stundenlang einem Sechszylinder beim Arbeiten zuhören, ich sauge jedes Geräusch in mich auf. Jeder Druck am Gaspedal wird sofort in Musik umgesetzt, Musik, die nur ich hören kann, weil ich sie erwarte. Ich stehe nach dem Abstellen am Feierabend kurz neben dem Schlepper, und höre zu, wie der Turbolader nachläuft. Mein Schmierplan ist längst Legende - meinen Sonntagmorgen verbringe ich am liebsten mit der Fettpresse in der Hand.

Die kleinen Schizophrenien des Alltags machen uns aus. Sonst wären alles nur Grundsätze, Normen, und alles vorhersehbar.

Zur Beruhigung: Ich streichle meine Maschinen nie - naja fast nie.

27.1.05

Gekauft

Ja, jetzt kommen die Studiengebühren - vielleicht. Denn noch hat das BVG nur darüber entschieden, daß der Bund sich nicht in Länderangelegenheiten einmischen darf. Und trotzdem gackert alles (http://fsmach.uni-stuttgart.de/forum) schon munter drauflos. Ich muss gestehen, daß ich auch geschockt war von der Aussicht, "mittelfristig" (nach Frankenberg) zweieinhalbtausend Ören pro Semester abzudrücken. Aber wer früh weiß, kann früh gegensteuern. Deshalb ging heute sowohl meine schriftliche Bewerbung an eine Molkerei, als auch meine mündliche an eine befreundete Spedition raus. Meine bisherigen Jobs reichen nicht mehr aus...
[...]
Würg
[...]
Das wollte ich alles garnicht sagen oder schreiben. Ich verreiße mir das Maul, wenn es soweit ist. Im Moment geht es mir gut. Ich besitze Auto, Motorräder, uswusf. Eine neue Herausforderung eben, der man sich stellt, wenn sie auf den Plan tritt und meine Aufmerksamkeit einfordert. Vorher nicht.

Und außerdem bin ich heute erneut einer wunderschönen Dame verfallen. Ich laufe nach TM, der Vorlesung, die kein Mensch versteht, durch die Stadt. Sehe an der Königsstraße besagte Dame (muß ich ihre Zauberhaftigkeit erneut erwähnen? Ich tu´s, schließlich wollen Blogger Neider haben), frierend wie ein Schneider. Denke mir noch, sowas Dummes, ohne Jacke aus dem Haus zu gehen. Nachdem ich ihr Namensschildchen an der Brust gesichtet hatte (man verzeihe mir den freien Umgang mit den Tempi), machte ich einen etwas größeren Bogen um die scheinbare Vertreterin. Doch irgendwie muß ich so unschuldig, leichtgläubig-naiv aus der Wäsche geschaut haben, daß sie mich angesprochen hat. (Hört, hört!) Eigentlich wollte ich ihren Vorschlag, sie zu begleiten (hört erneut!) freundlich ablehnen - aber wer kann blauen Augen widerstehen? Und ich konnte ja kein Unmensch sein, und sie in der Kälte stehenlassen. So habe ich die Dame, die sich als C. vorstellte, dann begleitet.
Zum Friseursaoln natürlich.
Des Pudels Kern ist also, daß ich jetzt "Haarmodell" bin, quasi eine Spielwiese für die Lehrlinge des Salons. Darüber waren beide Parteien gleichermaßen erfreut. Sie durfte mir beinahe das Ohr abschneiden (ist aber wirklich nichts passiert!), und ich durfte dafür Kaffee und Gebäck in Anspruch nehmen, und wurde zwei Stunden lang von drei reizenden Damen umsorgt. Bei zwei Gelegenheiten hat meine ansonsten makellose Aura etwas gelitten: Als ich mich ständig umgedreht habe, weil ich es nicht gewohnt bin, mir von einer Dame die Jacke abnehmen zu lassen (ja - ganz alte Schule!), die daraufhin fast in die Knie gegangen wäre (die Dame, nicht die Jacke) ob des Gewichts einer vollausgestatteten Hein Gericke "Hi-Dry". Und zum zweiten, als ich bei der Kopfmassage um ein Haar (man beachte das elegante Wortspiel) angefangen hätte, vor Wohlbehagen zu schnurren wie ein Stubentiger. Vielleicht hätte man mich dann auch noch am Hals gekrault - aber lassen wir das. Mir ist jedenfalls schon des öfteren der Kopf gewaschen worden - aber so gut ging es mir noch nie dabei.
Ach so, der Haarschnitt. Ich denke, er steht mir. Das dachte ich allerdings auch über den vorherigen, der vom Besitzer des Salons jedoch gnadenlos zerpflückt wurde, demenstprechend maße ich mir kein Urteil an. Höchstens, daß er mir sehr gut gefällt, und ich nirgends ausgelacht wurde. Jedenfalls nicht ob meiner Frisur.
Noch ein kleines Memo an mich: Suche einen Weg, bei der Gesellenprüfung NICHT geschminkt zu werden. Aber bis dahin ist ja noch Zeit, und meine grandiosesten Einfälle sind durchweg sehr spontan verlaufen, à la: "Eine KLR? Mir gefallen Weiß, Blau und grün nicht, laufen tut sie auch nicht, ewig abgemeldet - ich MUSS sie haben!" Gekauft.

Das wollte ich heute nacht eigentlich noch verfassen, war aber durch einen leichten Anfall von "schdeggazua" verhindert. Soll nicht wieder vorkommen.

25.1.05

ROT sehen

Heute ist Vollmond - das bringt mich auf etwas bzw. jemanden. Aber welchen Grund hätte ich, mich zu melden? Und dieser Person mit meiner Anweseheit den Abend zu verderben? Denn zu ihren bevorzugten Vollmondbegegnungen zähle ich nicht (mehr). Als ich mir bitter klargemacht hatte, daß es mir ähnlich ergeht, wurde es aber nicht leichter. Mittlerweile werfe ich zu dieser Zeit mein Telefon am liebsten an die Wand.
Sicher ist, daß mir diese Person noch immer im Kopf herumspukt - dafür sorgt sie selbst.
Und ihre Fähigkeit, Menschen zu kontrollieren, halte ich für einzigartig. Aber mein Wissen darum macht es für sie komischerweise nicht schwerer, dasselbe mit mir zu tun. Und mein gelegentliches Aufbegehren führt grundsätzlich ins Fiasko (sowie in einen absoluten Vollrausch). Daraufhin sitzen oder stehen wir dann wieder irgendwo und werfen uns Bösartigkeiten an den Kopf, beteuern uns gegenseitig, wie wichtig der jeweils andere einem sei, und zu guter (oder besser: schlechter) Letzt renne ich meist davon. Schließlich bin ich kompliziert und muß diesen Nimbus pflegen.
Mit ihrer Art hat sie sich vergangenes Wochenende ganz nett in die Bredouille gebracht, als sie auf meine Bitte hin einen Freund von mir nach Hause gebracht hat. Daß er sich nicht dressieren ließ und überaus zudringlich wurde, hat sie böse aus der Fassung gebarcht. (Lassen wir mal Ver- und Anstand außer acht, die in einer solchen Situation sowieso nichts gelten: Wer könnte es ihm verdenken, bei dieser Person? Sie hat zu ihrem Bild in der Öffentlichkeit alles beigetragen, was sie konnte. Daß sie jetzt genau daran zerbrechen zu scheint, reißt an mir.) Mein Trost (und zwei stramme Gläser Wein) haben die Sache aber wieder halbwegs ins Lot gebracht. Ich hatte ob ihrer verzweifelten Stimme am Telefon und meiner Befürchtung, es könne Schimmeres passiert sein, einen rekordverdächtigen Abstieg von der Leiter (wir waren gerade beim Abbau der Dekoration in der Halle) und einen weltmeisterlichen Sprint hingelegt, sie in den Arm genommen und wieder zur Halle gebracht. Ihre Angst, und meine Unfähigkeit, sie stets zu schützen, brachten mich derart in Rage, daß bei meinen Selbstvorwürfen, sie alleine gelassen zu haben, zwei Fliesen in der Küche zu Bruch gingen. Schlußendlich wurde ich von ihr getröstet, und als sie ging, ertränkte ich den Rest meiner Wut in Alkohol.

Mein Glauben daran, unberechen- und unkontrollierbar zu sein, schwankt. Stellt sich die Frage, ob bezüglich meiner Person wirklich Dressur oder Freundschaft die Oberhand behalten. Ich hoffe und fürchte. Aber das ist ja nichts Neues.

24.1.05

Schriftliches

"Frauen (...) boten sich mir an, aber ich war so sehr auf eine einzige Frau fixiert, daß ich nicht einmal in Versuchung geriet. Vernarrtheit ist etwas Schreckliches."
(John Maddox Roberts - SPQR, die Catalina-Verschwörung).

Warum fühle ich mich schlecht, wenn ich das Richtige tue?

23.1.05

Studium

Anstatt meine Zeichnung für Feinwerktechnik zu machen sitze ich hier am Fenster und sinniere, ob das Wochenende jetzt ganz toll oder nur ein totales Fiasko war. Aber wenn ich da einmal schon nicht sicher bin, dann kann es so schlecht nicht gewesen sein.
Über dieses Wochenende werde ich noch gesondert berichten.

NEU

Okay, nachdem ich mittlerweile einige Blogs täglich lese, schreibe ich eben selber auch eines.