13.2.06

Auch mal einen Eintrag in die Tonne kloppen.
Man muß nicht alles gesagt haben.
Man muß nicht jedes Gefühl in Worte zerfasert haben.
Rotwein, Wurstsalat, Sex.

(two out of three ain´t bad)

10.2.06

Glücksgefühl, dämliches. Zwei Menschen auf Barhockern. Sein Bein an ihrem Hocker, sein Knie an ihrem Knie. Ihre Hand tätschelt kurz seinen Oberschenkel. Liegt dann vollkommen ruhig.
Oben wird weiter gestikuliert, getrunken, geredet. Maschinengewehr mit rosa Luftballons, schnell und laut, aber nie verletzend. Zum totlachen. Zuprosten. Reihum, Flaschenklingeln. Alle da.
Weiter unten das Glück, das dämliche.

7.2.06

Das hydraulische, das ist es, was mich stört. Dieses künstliche Synchronisieren der Frequenzen völlig unterschiedlicher Menschen. Ängstliches Horchen, Anpassen der Atmung, Arsch zusammenkneifen. Irgendwo singt Roberta Flack, und ich schäme mich. Ich ekle mich vor mir selbst. Alles ruht in dieser Hand. Und die begreift es nicht, nestelt herum, führt sich auf wie eine Luftpumpe. Wieder der Ekel. Flucht. Geh bitte.
Sportlich gesehen, kalorienverbrennend, wenn einen sonst schon nichts bewegt. Das Klischee der Klischees, das "typischste Typische", schlafen oder rauchen. Würgen und fliehen stehen nicht auf dem Plan. Vorausschauende Pflichterfüllung, zum Glück läuft der Film noch nebenbei. Irgendwo ist eine Grenze, von da an hilft kein Scherz mehr. Gefesselt, geknebelt, pflichterfüllend.
Ich hasse Dich, denke ich, und streiche ihr übers Haar.

Alles hat sich verändert, sagt sie. Ja, denke ich, sage nein. Dann schweige ich.
Ich sitze vorn, überbordend brodelnd von Gin und Fizz, am Sonntagabend. Neben mir der Freund, die Adern an seinen Handgelenken treten hervor, gespannte Sehnen werfen Schatten auf der Haut. Zerbeult, denke ich. Wir fahren, was die zweihundert Pferde hergeben, ohne Not, kurz vor halb zwölf.
Eine Kurznachricht von der Rückbank. Ich lese langsam, alles hüpft und springt. Ich verstehe noch langsamer. Dann wird alles sehr ruhig.

Ich denke darüber nach, kurz am Lenkrad zu rucken.

3.2.06

Einfach mal mitspielen. Nicht auf Sieg, sondern nur so. Olympisch quasi - dabeisein ist alles. Schließlich ist alles Fußball: Wer ein Spiel absagt, verliert. Außerdem kann man sich später immer mit den Platzverhältnissen herausreden. Oder mit dem Schiedsrichter.

Betrachten der Situation aus einer Perspektive der zukünftigen Anekdote.


Nothing up to that point had been left unresolved.

2.2.06

1.2.06

Warum läuft immer "Run, baby, run", wenn ich auf einen Anruf warte?


Nachtrag: Link
Käsebrot! Hab ichs nicht gesagt?

31.1.06

In Ordnung - nach vier Wochen kann eine Erkältung noch so hartnäckig sein - sie nervt einfach. Wenn sich also bis Ende der Woche nichts tut, werde ich wohl zum Onkel Doktor gehen.
Das Telefonbuch behauptet, es gäbe ihn nicht mehr, meinen Hausarzt. Meine Mutter, in solchen Dingen besser informiert als Krankenkasse und Bundesnachrichtendienst, bestätigt. Der gute Mann ging 2002 in den Ruhestand. Ich grüble ein wenig hin und her. Tatsächlich - ich treibe mich seit damals nur noch in irgendwelchen Notaufnahmen herum.
Hat das Abi also doch was gebracht. Ha!

25.1.06

Amerika also. Alabama. Die Erdnusstadt?

Das Extremstreiten mit Dir fehlt mir auch. Ich nehme das als Kompliment. Darf ich. Wir waren laut, nicht? Ich habe mir nie mehr mein Hemd heruntergerissen vor Zorn, und mitten in einer Wirtschaft. Du hast mich immer furchtbar aufgeregt.
Ich hab Dich mal offiziell für tot erklärt, wußtest Du das?
Jetzt gehst Du endgültig. Dich herzugeben macht viel weniger Spaß, wenn ich es nicht mehr rückgängig machen kann.
Tut mir leid, was damals im Fahrradkeller passiert ist.
Den schönsten Badeanzug hattest Du immer. Erinnerst Du Dich an diesen Sommer? Bastmatten mit der Lupe angebrannt, die Haare mit diesem weißen Band zusammengebunden. Im Sommer hattest Du immer hellere Haare, früher. Und als er sich den Kopf am Beckenrand aufgeschlagen hatte!
Meine erste Liebeserklärung, vermutlich. In diesem blöden VW-Bus. Ich saß mit dem Rücken zu Dir, und hab ganz leise geredet. Hat wohl nicht sollen sein. Und der Abend, den wir in dieser Nische verbracht hatten. Ich lag ganz still neben Dir. Und Du hast ins Dunkel geredet. Wir mußten ja um zwölf zuhause sein.
Du hast manchmal dafür gesorgt, daß ich nach Hause kam, wenn mich wieder niemand mitnehmen wollte. Ich hab mich auf Deinen Roller gesetzt, Du Dich an die Straße gestellt. Jacke auf, das erste Auto hielt.
Ich wollte Dich noch zu dem Kirchturm fahren, den wir gesehen hatten. Von oben, von der Ruine herab. Weshalb waren wir da? Nach dem Turmspringer, der mich so aufgewühlt hat? Oder einfach so? Ich glaube es fast, wir hatten das Cabriolet dabei. Und Erdbeeren, Sahne und Deine beste Freundin. Und diese tolle karierte Decke. Deine Beine links und rechts von meinem Kopf, und die Ruhe, die ich plötzlich empfand. Schäfchenwolken. Wir waren nie wieder da oben, haben nie wieder über den nächsten Ausflug geredet.
Frankreich! Der Marktplatz, alle zuhause, nur wir beide. Du hast Dich in jedem Spiegel betrachtet, ich auch so. Arm in Arm. Ich hab was über Deinen Hintern gesagt. Ganz unglückliche Geschichte das. Längst verziehen.
Die lebenden Buchstaben auf der Hütte, Deine Muskeln unter der glatten Haut, Deine Fingernägel in meinem Arm. Dann das falsche Bett, die falsche Frau, das Kuscheltier, nur ein Schlafsack, alles nicht so schlimm, nichts passiert.
Die Nacht vor der Prüfung, Nervosität, der Vorhang an Deinem Fenster wogt, Licht von der Schreibtischlampe. Die Discokugel haben wir Dir nie geschenkt. Horrorfilme in Deinem Wohnzimmer, das seltsame Theaterstück. Ich habe geredet, Du hast gespielt. Jeder, was er kann. Ach ja, Theater! Das Musical! Dein Tanz, und niemand hinter der Schattenwand. Nur Du und ich. Ich war ja Techniker.
Hab Dich immer mal wieder verärgert. Tut mir leid. Ich trinke einen Amaretto-Apfel auf Dich. Jetzt kann ich Dich nicht mehr mal eben so anrufen, mal eine Stunde.
Du hast Dich mal beklagt, ich wollte nicht mit Dir telefonieren. Ich wußte doch nichts zu sagen! Ich habe Listen gemacht, abgehakt, angesprochen. Und dann Schweigen.
Weshalb läufts jetzt wieder, mit dem Bauern und der Medizinerin? Wenn ich mal wieder mein Fleisch in Fetzen sehe, denke ich dran, wie Du den Kopf schütteln würdest. Kleiner, würdest Du sagen, nicht schon wieder. Und ich zucke wieder die Schultern und grinse, tropfe noch ein wenig auf den Boden, während Du das Kommando übernimmst, klebst, verbindest und heilst.
Oh, und wie grantig Du warst, als ich nicht erschienen bin. Und wie geknickt, als Du davon erfahren hast. Schokolade hast Du mir mitgebracht, und beim Wichteln mal einen Aufsteckradiergummi. Ein Troll - ich hab ihn gehasst. Aber benutzt.
Du warst mal zufällig bei meinem Geburtstag, hast ein Buch zurückgebracht. Ich wäre fast geplatzt vor Freude, Damenbesuch am Abend, vor voller Belegschaft! Du warst souverän, hast es ihnen gezeigt. Ich werde heute noch jedes Jahr an meinem Geburtstag nach Dir gefragt.
Ich hab noch ein Foto von Dir. Als Kind auf dem Auto, das mal Dein erstes werden würde. Bei mir auf dem Sofa, in der Tür, mit Zigarette, mit Telefon. Eines im vollen Schwung, Treppen hoch, Haare wehend, Augenblitz. Mein liebstes. Klassenfoto? Hände in den Taschen, Schlüsselanhänger, später zerfetzte Hosen, noch später nobel, mit Deiner Nachbarin quatschend. Am Ende auf meinem Anänger sitzend, Beinebaumeln, daneben ich, grobe Schuhe, grober Klotz.

Wie spät ist es in Alabama? Wann landet Dein Flieger? Ich ruf Dich an.
Wenn die Dame nicht beim gleichen Mobilfunkanbieter ist wie ich, bin ich zum nächsten Ersten offiziell pleite.


(a call to change the world)

20.1.06

Nun gut, noch ein wenig Trash hier. Betrunken und mit Anglizismen. Und wenn ihr wollt, schreie ich auch noch ganz unmotiviert "ficken". Soll ich? Mal sehen, kommt vielleicht noch. (Und ich habe wirklich mit mir gerungen, ob nach "unmotiviert" ein Komma kommen soll, oder nicht. Verstehen Sie? Ach nein, neue Schlechtschreibung. Schade. Ihr Pech.)
Außerdem duze und sieze ich hier auf Teufel komm raus, und das mitten durcheinander, das es der sprichwörtlichen Sau graust. Auch wenn die nicht gesiezt wird. Wie sähe das denn aus?

Jedenfalls, jedenfalls betrinke ich mich heute zu Ehren einer Dame. Einer Dame im, sagen wir mal, weiteren Sinn. Sehen Sie, den feinen Stich verstünde sie jetzt garnicht. Deshalb auch der weitere Sinn. Trotzdem ist sie ein gutes Mädel.
Sie wartet, und macht ihren Punkt zum richtigen - Zeitpunkt. Ich habs glaub heute mit den Wortverdopplungen. So ein Mist. Mist aber auch. Und sie hat, zu ihrem eigenen Unglück, auf mich gewartet. Hallo, ich? Wer auf mich wartet, hat schon verloren! Ich brauche jemanden, der auf mich wartet, ich brauche ihn sogar sehr, nur um ihn versetzen zu können. Da komme ich mir unglaublich wichtig vor.
So ein Würstchen bin ich. Mehr nicht.
Denn sobald Du Dich dafür entscheidest, die Initiative zu ergreifen, habe ich Dich. Du bist dabei, Du wirst auf jede Antwort drei Stunden warten, oder drei Tage, alles nicht so schlimm. Und ich werde es auskosten, weil es in meinem kleinen Leben sonst nichts auszukosten gibt. Garnichts.
Ich mag Dich, Scheckin. Mehr noch seit heute abend, seit Deinem Rückzug. "Okay, ich nerv Dich nicht mehr. Bis irgendwann." Du weißt es nicht, aber das hat gesessen.
Klar, Du hats genervt. Ich meine, wer kann beim ersten gemeinsamen UnterdieDeckeschlüpfen ein Drittel der Zeit von seiner Freiheit reden (über die anderen beiden Drittel verliere ich kein Wort, Hand aufs Herz), und mich dann bombardieren mit "Was machst Du?, "Räum grad auf" und so weiter? Das geht nicht. Weil es mich nvor Fragen stellt, die ich nicht hören will. Und ich konnte schon immer verdammt gut und verdammt "Lalala" singen.
Was ich sagen will, ist: Es liegt nicht an Dir. Du bist okay. Für dieses eine Mal trägst Du Mitverantwortung, schließlich muß man nicht jede Einladung aussprechen. Aber es ist nichts passiert. Da war nichts. Und ich, ich kämpfe gegen den Ekel, der mich überfällt, weil ich Dir nicht ehrlich antworten kann ("Was mache ich denn gerade?"), und mich selbst auch garnicht fragen möchte. Seelenstriptease, vielleicht. Frei Haus und gratis. Verflucht.
Doch es geht um uns. Genau - es wird nämlich kein "uns" geben. Ich kenne die Freundin nicht, von der Du erzählst, ich kenne Dich nicht. Und ich kenne nicht einmal mich selbst.
Ich renne immer davon. Das muß so. Image, gehört gepflegt und so. Ich muß immer zhurück zu den Dingen, die mir nicht widersprechen. Und wenn sie es tun, habe ich das Recht und die Schuldigkeit, sie mit einem Zweiundzwanziger zu bearbeiten, bis die Schrauben rund sind. Auch das ist nur Image, klar. Aber ich gebe es nicht auf.
Hast Du nie gefordert, ist mir auch klar. Willst Du auch nicht. Ich stelle jetzt auch keines Deiner Motive infrage, das steht mir nicht zu. Ich stelle meine eigenen Motive infrage. Bist Du´s? Nein, Du bist es nicht. Du bist Nummer drei nach dem roten und dem trampenden Unglück. Und nach... - nach was eigentlich? Herrgott! Du würdest das sogar akzeptieren, in Deiner Gefühlsduselei, die ich Dir beim besten Willen nicht vorwerfen kann. Ich werfe sie mir vor. Mir, hörst Du? Es ist meine Schuld, und Du bist der Schuldabtreter.
Es ist billig, etwas zu beenden, bevor es angefangen hat. Es ist billig, aber es ist zumindest nicht unehrlich. Ich wußte es gerade zwei Tage, und das ist die mindeste Frist, um herauszufinden, ob ich mal wieder nur spinne, oder ob ich etwas Wahres sage, während ich spinne.

Du bist es nicht. Ich bin es nicht.
Vielleicht macht mir das Erschrecken mehr Spaß als das Erfahren. Vielleicht gibts einen tollen freudschen Plan, oder hat ihn Nietzsche gemacht, daß ich einfach nicht weiter vorwärts will. Halt mich nicht fest. Ich bin ein fliehendes Pferd. Niemand hält ein fliehendes Pferd.

Ich hab übrigens Deine Nummer gelöscht. Mache ich auch immer so.

13.1.06

Bitte gehen Sie weiter.
Es gibt nichts zu sehen.

10.1.06

...sloterdijken und habermasen.


(Gehet hin und lest)
Luke, ich bin Dein Vater.


(Dummheiten um sechs)
Eigentlich war der Umzug ins neue Blog für heute geplant.
Ich bekomme es aber noch nicht auf die Reihe.
Deshalb ab jetzt wieder Kommentare möglich. Zumindest bis auf weiteres.


Was erkennen wir auf diesem Bild?

  • Ein Ärzte-Plakat und eine Klimmzugstange - das müssen Studenten sein.
  • Koteletten und wallendes Haar bei den Herren, bei den Damen dagegen - welchen Damen überhaupt? Es scheint sich also um Physiker zu handeln. Maschinenbauer kämen auch in Frage. (Nein, auch ganz hinten sitzt keine Dame.)
  • Vorherrschendes Nahrungsmittel scheint Gin zu sein. Und Bacardi. Und Bier. Teller sind Aschenbecher.
  • Unten rechts wird entweder Hehlerware vertickt oder das Erbstück von Opi für ein Schlückchen Gin versetzt. Vielleicht wird auch nur jemand mit einer gefälschten Rolex übers Ohr gehauen. Das weiß morgen keiner mehr.
  • Es wird noch nicht gewüfelt und nicht Karten gespielt. Demnach kann es noch nicht acht sein.
  • Eine Flasche Rum wird angebetet.
  • Der Kerl mit dem Lockenkopf sieht verdammt gut aus, nicht?
Schnecken im Salat!

(someone is to say so)
Wer die Milch zuoberst in den Einkaufskorb legt,
hat auch nur Eiermatsch verdient.

(druck.reif)
Schon cool, wenn man sich selbst so deprimieren kann.
Ob das auch anders funktioniert, quasi the other way round?

(Dinge, die der Englischlehrer noch wusste)
Shut your mouth
Spread your legs
We´re just kids.


(Bruchstücke)
Und plötzlich, als ich da hinausging, in den Sonnenschein und in die Kälte, auf dem Weg zur ersten Vorlesung des neuen Jahres, da wurde mir klar, daß ich hier noch viel zu nah an Zuhause bin, und das die Kommasetzung die Würze des Satzbaus ist. Oder der Beton, meinetwegen.
Entweder ziehe ich weg - oder ich nehme endlich die lustigen roten Pillen.
Spaghetti mit Ketchup. Die Verwahrlosung setzt ein.
Das alles am Dienstagmorgen, kurz vor acht. Die Verwahrlosung setzt sich fort.
Kein Ketchup mehr da. Läßt sich Verwahrlosung eigentlich steigern?
Hätte nie gedacht, daß es so einen Unterschied macht.
Doch, macht es.

9.1.06

Morgens um fünf vor der Backstube stehen.
Wir haben einen Rausch im Gepäck, daß es selbst der sprichwörtlichen Sau graust. Ich habe stundenlang etwas verteidigt, hinter dem ich selbst nicht stehe. Ich mußte mir dieselben Argumente, weingeschwängert und schwerfällig, immer wieder anhören. Ich bin müde, meine Lungenentzündung ärgert mich, ich kann keinen Satz zuende bringen. Und dann stehen wir da.
"Bier gibts keines, Jungs." Wir brauchen auch keines mehr. Wir haben genug, eigentlich. Doch während er das sagt läuft der Bäcker, der Beck, wie man ihn hier nennt, auch schon zu dem Kistenstapel an der Wand und bringt jedem noch eines. Eines geht noch.
Wir schwanken noch ein wenig, stehen allen im Weg, aber nach Hause wollen wir noch nicht. Ich lehne mich an den Tisch und bücke mich gleich nach dem Buch, das heruntergerutscht ist. Einer der Jungs lacht. Ein Tropfen Bier läuft auf den Boden. Ich grinse, und wir stoßen an.
"Auf den Beck!"
Das mußte mal gesagt werden, und deshalb lacht er. "Nehmt euch was, wenn ihr Hunger habt." Wir nicken nur, und stopfen uns voll mit heiß dampfenden Brezeln.
Ich bitte um Ruhe.
`Schuldigung.
Der Fernseher meiner Eltern ist kaputt.
Gestern abend bei "Love the hard way" ging er noch.


(Dezente Nasenstüber)
(What a story!)
Zurück in Stuttgart.

8.1.06

Sex wird mal wieder total überbewertet.
Kommando zurück. Da wartet etwas Blinkendes auf mich, im Telefon. Was wären wir ohne Kurznachrichten?

(frequentielle Abhängigkeit)
Feuerzangenbowle!
Feuerzwangenbowle.
Und das Mädel auf meinem Schoß. "Entertain me!"
Entertain me.
Mehr nicht?

6.1.06

Die Tage, an denen ein Schrank, wenn man ihn nur scharf anschaut, bereits alle auf ihm gestapelten Schnapsflaschen abschüttelt, diese Tage sollte man dringendst dazu nutzen, die Wohnung nicht nur ein wenig umzuräumen, sondern auch noch kräftig zu putzen und zu lüften.

(Schnaps trinken, nicht horten!)
Doch noch ein wenig Technikgefasel: Der Texaner auch unter http://dieseldunst.blogger.de.
Mal sehen.

Das ist die CD von Frau Fragmente, und gleichzeitig der letzte Eintrag zum Winterswap. Ihr geht es gut hier, bis auf einen leichten Drehwurm, wie sie selbst versicherte.
Dem etwas genaueren Beobachter sei versichert, daß die Stellung des Lautstärkereglers bereits in etwa Orkanstärke entspricht, da sowohl "CDDA" als auch "Pure Direct" aktiviert sind (die beiden gelben Lichter rechts), die für irgendeinen technischen Spaß im Vorverstärker sorgen, der wiederum volles Feuer auf die Endstufe gibt, die dann ihrerseits... Sie wissen schon. Und der Subwoofer versorgt sich ja sowieso selbst.
Genug des Technikgeschwafels für heute.

5.1.06

Herrjeh, sogar das Wasser ist still hier drin. Wo kommt nur dieses Fiepen her? Aus meinem Ohr, okay. Aber das Röcheln? Das bin ich, na gut.
Zum Fiepen und Röcheln kommen wir später, zuerst soll es nun ums Wasser gehen. Oder eher nicht, wie man es nimmt.
Man kann übers Leben philosophieren, während man trinkt. Am besten gemeinsam, laut und bis zum Sonnenaufgang. Wer gerne etwas ergebnisorientierter denkt, Betriebswirtschaft studiert und auch sonst keinen Spaß im Leben hat, wird zunächst übers Leben philosophieren und sich dann ob des niederschmetternden Resultats betrinken. Funktioniert einwandfrei.
Leider gibt es noch eine dritte Variante - sich zu betrinken, um anschließend übers Leben zu philospohieren. Das Problem dabei ist nicht die eher unorthodoxe Logik des Betrunkenen, sondern die furchtbare Klarheit und Endgültigkeit der Überlegungen. Wer im Delirium Konsequenzen zieht tut gut daran, weiterzutrinken, bis er sicher sein kann, die wichtigsten Erkenntnisse beim Erwachen wieder vergessen zu haben.

Was kann man also tun, wenn man sich betrunken, philosophiert und dazu noch fürchterlich erkältet hat? Richtig - man tut, was ein Mann tun muß. (Die Damen dürfen sich an dieser Stelle ausgenommen fühlen - ich habe keine Ahnung, was Damen in dem Fall so tun.) Und so stand ich eine halbe Stunde später oben am Waldrand, und fällte Traufbäume.
Gegen schlechte Stimmung hilft körperliche Arbeit, meint zumindest mein Chef. Ich meine, gegen schlechte Stimmung hilft etwas kaputtzumachen, möglichst laut und für sich, sodaß man ganz viele obszöne Sachen sagen kann, und Dinge beschimpfen, weil das ganz toll befreiend ist.
Da ist er wieder, der kleine Unterschied. Was ein richtiger Texaner ist, der schüttelt die drei Grundlagen des Mannseins nebenbei aus dem Ärmel (einen Baum pflanzen, ein Haus bauen), oder träumt zumindest regelmäßig davon (einen Sohn zeugen).



Disclaimer: Das da bin selbstverständlich nicht ich. Das Bild ist eine Initiative der Bestattungsunternehmerinnung und des Freundeskreises "Selbstmörder im Forst". Und dem Internet glaubt man sowieso nix.

4.1.06

Eigentlich war für heute abend ein anderer Eintrag geplant, doch es scheint gerade Mode zu sein, die Titel der Winterwap-CDs zu veröffentlichen. Nun gut.
Ich hoffe, daß ich die letzte Version der CD gefunden habe, da ich die Liste mehrmals abgeändert und beim Brennen nicht mehr gespeichert habe. Es kann höchstens noch ein Titel vertauscht sein - welcher, weiß ich aber beim besten Willen nicht mehr.

The Donnas - Keep on loving you
Kevin Johnson - Rock ´n Roll (I gave you all the best years in my life)
Kid Rock & Sheryl Crow - Pictures
Pyranja - So odas so
Schwoissfuass - Oinr isch emmr dr Arsch
Kenny Rogers - Buy me a rose
America - The border (live)
Reinhard Mey - Mädchen in den Schänken
Bob Dylan - Shelter from the storm
Beatsteaks - Mietzie´s Song
Hubert von Goisern und die original Alpinkatzen - Weit weit weg
Thomas D. - Killesberg Baby (Remix)
Stefan Gwildis - Sie ist so süß (wenn sie da liegt und schläft)
SR-71 - Last man on the moon
Liquido - Made in California
Shakira - Rules
Sheryl Crow - Steve McQueen
Juli - Anders

Nichts Außergewöhnliches, und sicher nicht der selbstgebrannte Sampler, der die Welt verändern wird. Eher eine Momentaufnahme, ein Gefühl, ein Gedankenblitz. Von mir aus Gedankenwinde. Sie verstehen?

2.1.06

Es ist die Zeit der kurzen Tage, der langen Nächte, in denen draußen die Lichter zittern vor Kälte, in denen die Luft erfroren ist und starr. Die Zeit, um in ein Feuer zu starren, um große Reden zu schwingen, um ganz langsam, dampfend am Ofen aufzutauen.
In dieser Zeit sitzt man abends auch mal zuhause, und hat nichts, aber auch garnichts Sinnvolles zu tun. Frisch geschniegelt und gebügelt, abfahrbereit. Aber allein.
Und dann sitzt man da und starrt durchs Fenster hinaus in die Nacht, die hier draußen noch wirklich Nacht ist, und zieht an einer Zigarette, die man eigentlich überhaupt nicht raucht, und man weiß genau, dies ist eine dieser verdammten Nächte, in denen man sich allein zuhause betrinkt, bis zur Bewußtlosigkeit vielleicht, bis zur Gefühlstaubheit in jedem Fall. Keine Musik könnte die Stille füllen, kein Bild könnte Dein Spiegelbild im Fenster überzeichnen.
Durch den Fensterspalt drückt die Kälte herein, vielleicht flieht auch nur die Wärme. Deine Hände werden kalt, und irgendwann gefühllos. Gegenüber erheben sich zwei Schatten vor dem Flackern des Fernsehbildes, der Fernseher erlischt, im Bad geht ein Licht an. Ein Schatten, ein zweiter. Ein Rolladen rattert herunter, ein Lichtspalt bleibt. In zehn Minuten wird auch er verschwunden sein. Ich bleibe übrig, und allein.
Vielleicht muß es so sein, denkst Du, und Jedem geht es einmal so. Aber da ist noch mehr in diesem Gefühl, unter der schützenden Decke aus Zynismus und Ignoranz, aus dem höhnischen Sich selbst Verlachen, aus dem Stell Dich nicht so an.
Du eckst an, gedanklich, und fragst Dich, wo sie geblieben sind. Die anderen, die, die Dich begleitet haben. Jeder ein Stück weit, jeder einen Teil des Wegs. Immer nebeneinander her, mal die Köpfe zusammengesteckt, mal jeder für sich in den Sielen hängend. Zieh, Scheckin, zieh. Jetzt ist der Platz neben Dir leer, Du zerrst allein an der Last Deines Lebens, hoch zur Kuppe, Gottweißwarum. Und Du fragst Dich, warum da niemand ist, und wo sie alle hingegangen sind. Du wagst nicht, daran zu denken, daß da, wohin Du gehst, vielleicht garniemand ist, daß da niemand steht und auf Dich wartet, mit warmen Worten streicheln und mit kühlen Händen den Schmerz wegwischen, der Dir heiß über die Wangen perlt. Was, wenn tatsächlich Du übrig bleibst, Nachzügler, Außenseiter? Wenn das Licht nur eine eingebrannte Täuschung auf Deiner Netzhaut ist. Wenn es wirklich keinen Unterschied macht, ob Du ziehst oder fallenlässt. Ob es in Wahrheit garnicht aufs Aussehen oder den Charakter ankommt, nicht darauf, wohin Du gehst oder was Du sagst. Nenne es Schicksal oder Zufall, oder stell Dir meinetwegen vor, daß es jemanden gibt, der nur dazu da ist, Dir Steine in den Weg oder an den Kopf zu werfen. Wenn Dein Leben nun ein Würfelbecher ist, den jemand schüttelt und absetzt. Er hebt den Becher an, und ein Licht umfängt Dich, und von oben dröhnt es, Wieder nix, verdammt. Und dann wird es wieder dunkel.
Was, wenn die beiden Anzüge verschlissen sind? Wenn das stahlgraue Malsehenwasnochkommt, und das nebelgraue Mirdochegalgehtallenmalso reif sind für die Tonne? Wagst Du Dich hinaus, nackt und bloß, oder möchtest Du drinnen sterben? Macht das noch einen Unterschied?
Was, wenn es tatsächlich Dein Fehler ist, daß Du die Welt nicht verstehst? Wenn nicht die Welt unverständlich, sondern Du unverständig bist? Uneinsichtig, tumb, unfähig? Wenn Du nie dahinterkommst, was die Menschen unterscheidet, wenn Du das Feuer zwar spüren kannst, aber nie beherrschen? Wenn die fünf Minuten, in denen ein Australian Shepherd mit Dir Ball spielt, wirklich die besten Deines Lebens waren? Was, wenn Du sie vergisst?

Es ist verdammt einsam hier draußen, zweitausendundsechs.

31.12.05

Pretty belinda

So. Der ganze Schund, der sich las wie ein mittelmäßiger Jahresabschluß der Gesellschaft zur texanischen Selbstzerstörung, ist weg.
Ich bleibe technikaffin, rotabhängig und dieseldurstig. Ich bin ein wenig nachdenklicher geworden, ein wenig ruhiger vielleicht. Mehr Selbstkontrolle, ein besseres Ohr für mich selbst. Freunde gewonnen, Freunde verloren. Ein alter Hund kann immer noch lernen, er tut sich nur ein wenig schwerer.
Mehr Musik, mehr Drehzahl, mehr wache Stunden, mehr Vernatwortung, mehr Freiheit. Mehr Versuchungen, mehr Anfeindungen. Das Wasser steigt zwar, doch ich lerne schwimmen. Die Grundsätze für die großen Gelegenheiten aufsparen, für die kleinen das Erbarmen.
Ich trage immer noch Bundeswehrhosen und Stiefel, ich habe immer noch Schrunden an den Händen und trage mein Haar meist wirr. Ich arbeite immer noch gerne. Ich teile meine Zeit besser ein. Ich plane. Ich habe keine Uhr, aber einen Terminkalender. Ich mag die Klostertaler und die Beatsteaks. Ich habe keinen Fernseher. Ich möchte mal wieder Fahrradfahren, mal wieder mitten in der Nacht aufwachen und den Kopf auf den Arm gestützt auf den Atem neben mir horchen. Mich auf dem Sofa balgen, die Zeit vergessen.
Ich möchte wachsen sehen, was ich gesät habe. Alle Kraft einsetzen, alle Grenzen prüfen. Ich bin stolz auf die Aussöhnungen, die genuschelten Worte im hochprozentigen Dunst; da ist jemand, dem bist Du nicht egal. Ich muß nicht allen etwas gelten, möchte aber immer noch allen etwas beweisen. Ich stütze mich immer noch auf andere. Und sie auf mich. Zusammen stehen, zusammenstehen.

Damit bleibt zum Jahreswechsel nur mein Dank an die Schreiber, die mir in Wort und Bild eine kleine Freude machen und zum großen Teil ein wenig linksvon Ihnen schon aufgeführt sind. Dank auch für den Stammplatz am Ofen, am Tisch und an der Bar. Den Platz in euren Gedanken.
In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr!

(I went to the boathouse down by the river
Everyone called her "pretty Belinda".)

30.12.05

Hups. Nachdem Herr Dahlmann jetzt auch mitmacht, ich ihn aber auf meinem wundertollen Fünf-Minuten-die-Post-macht-gleich-zu-Cover nicht erwähnt habe, biete ich dem Empfänger meiner CD ein Cover zum Runterladen und ausdrucken an. Eine Schutzhülle kann ich ja schlecht zum Download feilbieten, und der Post wollte ich sie zwecks des garstigen Poststempels auch nicht anvertrauen, also hab ich meine CD in einer Papierhülle versandt. `Tschuldigung.

(Winterfieber)
Grausam schön.
Grausam, aber schön.
Schön, aber grausam.

Rufe ich sie an?

(Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn es wieder heißt: Ein Texaner macht sich zum Narren. Diesmal vor Publikum.)

29.12.05

Morgens um halb sechs das Auto von einer halbmeterhohen Schneedecke befreien.
Dabei den Motor warmlaufen lassen und in voller Lautstärke "Surfer girls" von den Beach Boys hören.

(halbe Sau im Doppelwecken)
Über den Begriff "Milchhof Rosenstein GbR" sind gestern alle guten Witze gemacht worden. In Zukunft ist er einfach so hinzunehmen, weil er ab dem ersten Januar hier des Öfteren erwähnt werden wird. Allerdings nicht mehr im Futur I.

(Declaration of Independence)
Doch die Frage, die bleibt, die, die wirklich zählt, die von Bedeutung ist, bleibt doch immer dieselbe: "Möchtest Du noch einen Schluck Kaffee?"

(Das Ichwillhierniewiederweg-Gefühl)
Einmal mehr erleben, als man verarbeiten kann.
Nächteweise unterwegs, tageweise unterwegs. Schneecross bei Nacht, mal eben den Schlepper holen, um den Sieger aus dem Graben zu ziehen. Auf dem Heimweg mal eben so in den Stall schauen, und der Rausch verfliegt, sobald ich den Overall überstreife. Ganz Hand, als ich tastend die Schnauze des Kalbs suche, ganz Geduld, als ich merke, daß es sicher noch eine Stunde dauern wird, ganz Glück, als ich mal eben in der Hocke einnicke, auf dem Stroh an die Wand gelehnt, und von einem Schnauben wieder aufgeweckt werde. Ganz ich. Und ganz.

Mehr, als man erzählen kann. Streiflichter wischen vorbei wie entgegenkommende Autos, während man selbst am Steuer sitzt, die Hände ums Lenkrad geklammert, und die Tropfen beobachtet, bevor sie vom Scheibenwischer weggefegt werden.

Einmal die ganzen Probleme ausblenden, und einfach keine neuen annehmen.
Die Verpflichtungen und Zusagen sind nächstes Jahr noch genauso da wie heute. Aber jetzt - zwischen den Jahren - wird sie niemand einfordern. Viele kleine und große Ärgernisse, zu denen mir jetzt die Worte nicht einfallen, weil ich sie auch nicht suche. Kleine und große Entscheidungen, mal fünstellig, mal für ein Dutzend Jahre. Oder nur mal die eine Mark, mal für fünf Minuten. Proportionen erkennen, Verhältnisse geraderücken, Maßstäbe setzen fürs neue Jahr.
Das Tal liegt unter einem halben Meter Schnee begraben, oben auf der Alb wird es noch mehr sein. Atemloses, erschöptes Telefonat, auf meiner Seite der Leitung Ruhe. Arbeit, wie sie verstanden sein will. Mit Maß und Ziel, und genau so lange, bis entweder sie oder der Kaffee fertig ist. In der Ruhe liegt die Kraft. Auftanken fürs nächste Jahr, laden, speichern, Energie konservieren. Ruhig behäbige Kraft und hurra schnellende.

Eine Wunde, die vernarbt. Unter schützendem Schorf ist sie ganz langsam zugewachsen, neues Fleisch, stärker und fester, neue Muskeln, länger und ausdauernder, neue Haut, biegsam und zäh, ledrig. Langsam beginnt es zu jucken, mal sehen, was sich unter dem Schorf verbirgt.

Die Woche zwischen Heiligabend und Neujahr.
I see a red girl and I want to paint it black

(Melodien für Melonen)